Osterparadoxon

Wer heute Nacht nicht gut schlafen konnte, weiß: es ist Vollmond. Oder man guckt früh morgens aus dem Fenster und stellt das gleiche fest. Dabei könnte man ebenfalls feststellen, dass es heute auch nach Frühling aussieht, was ein weiterer Blick auf den Wandkalender in der Küche bestätigt. Nach dem heiligen Gesetz

Ostersonntag fällt auf dem ersten Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond.

bedeutet dies: in 3 Tagen ist Ostersonntag. Ein weiterer weiterer Blick auf besagtem Kalender zeigt aber, dass Ostern doch erst in einem Monat terminiert ist. Was ist da schief gegangen?

Das Mondkaninchen freut sich immer auf Ostern.

Verschiedene Erklärungsansätze:

  1. Trump hat gegen das Kirchenrecht einen Veto eingelegt.
  2. Die Verschiebung des Brexit zieht eine Verschiebung von Ostern nach sich.
  3. Die große Koalition ist mit den Frühlingsbeschlüssen etwas hinterher.
  4. Die Klimaerwärmung hat den Frühling verschoben
  5. Der frühe Ostertermin passt nicht zu den Schulferien in NRW.
  6. Ostern wurde aus Protest gegen die Urheberrechtsreform kurzfristig ausgesetzt.

Es gibt noch eine weitere Alternative, bekannt unter dem Namen Osterparadoxon. Dies könnte man natürlich im Wikipedia nachschauen, wenn das Wissen der Welt nicht eben heute aus einen der oben genannten Gründe offline wäre. Na, dann wird wohl Trump dran schuld sein.

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Mehneptehoi

Aus meiner Schulzeit kenne ich diesen Spaß-Satz, der zwar eine korrekte deutschsprachige Frage darstellt aber trotzdem total fremdländisch anmutet. Ausgesprochen klingt er so:

Mehneptehoi?

Klingt altgriechisch oder so, aber tatsächlich heißt es nichts anderes als:

Mähen Äbte Heu?

Dieser Satz, selbst normal deutlich ausgesprochen, scheint fast unmöglich zu verstehen zu sein (das habe ich selber in unzähligen Feldversuchen erprobt). Und wenn man es dem Probanden einmal schnell geschlurt vorgesprochen hat, dann hilft kein noch so langsames und deutliches vorbeten – der Gegenüber hört nur noch Kauderwelsch.

Das liegt natürlich daran, dass die hier verwendeten Wörter entweder sehr weich (Mähen und Heu) oder ungewöhnlich (Äbte) sind. Das Hörgedächtnis schafft es nicht, einen Ankerpunkt zu finden.

Zu der unverständlichen Frage gibt es noch die nicht minder verständliche Antwort:

Eptemehnihoi, Eptebeten.

(zum Selberlösen).

Nun war ich grad in einem Bergbau-Museum mit Stollenbesichtigung (im Sauerland – eigentlich wollten wir Skifahren, brauchten aber ein witterungsbedingtes Ersatzprogramm) und da standen überall Loren herum, und da dachte ich mir, Lore ist doch auch so ein ungewohntes Wort.

Deswegen:

Karrtilorehoi? Lorenkarrenihoi, lorenkarrenerze.

Und zwar schon mal andiöfen.

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So Viel Potenzial

Wie schon mal erwähnt, hatte ich vor einiger Zeit das Vergnügen, mit Alex E. Magnus einen Song aufzunehmen. Dabei stammte der Text von mir, und auch die Lead Vocals durfte ich übernehmen. Musik, Produktion und Zweitstimme machte alles Alex.

Hier das Ergebnis:

Ich hatte tolle Eltern,
Doch sie waren nie zuhaus‘.
Als sie mich erziehen wollten,
Zog ich leider auch schon aus.

Ich hatte schlaue Lehrer,
Doch ich alberte herum.
Meine weisesten Bekannten
Waren ausgesprochen dumm.

Ich bin wie ich bin,
Ich hatte nie eine Wahl,
Es steckt was Großes in mir drin –
Ich hab so viel Potenzial.

Ich wär‘ ein guter König,
Habe nur kein blaues Blut.
Könnt‘ womöglich ein Genie sein,
Denn mein Abi war nicht gut.

Ich könnte wohl auch Kanzler,
Mag nur keine Politik.
Wär‘ als Superstar der Knaller,
Bitte kauft meine Musik.

Ich bin wie ich bin,
Ich hatte nie eine Wahl,
Es steckt was Großes in mir drin –
Ich hab so viel Potenzial.

So viele Talente,
Die nur keiner sehen kann,
Liegen tief in mir verborgen,
Komm ich selber gar nicht ran.

Ich bin wie ich bin,
Ich hatte nie eine Wahl,
Es steckt was Großes in mir drin –
Ich hab so viel Potenzial.

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Staubsaugschnitte

Mit Staubsaugerbeuteln wird das gleiche Geschäftsmodell wie mit Druckertintenpatronen verfolgt: ein eigentlich preiswertes Verbrauchsteil wird völlig überteuert verkauft, um das eigentliche Produkt zu subventionieren. Dieses Vorgehen führt völlig zu Recht zu einem Drittanbieter-Markt, welchen die Erstanbieter wiederum neben technischen Beschränkungen (Chip in der Patrone) mit einer absurden Spezialisierung das Wasser abzugraben versuchen. Diese Spezialisierung führt zum Beispiel dazu, dass es über 500 Typen Staubsaugerbeutel gibt. Die Hersteller begründen diese Spezialisierung gerne damit, dass das Innenleben eines jeden Produkts derart optimiert wird, dass nun mal kein Teil von einem Produkt für ein anderes wiederverwendbar sei.

Bei mir hat letztens (mal wieder) ein Staubsauger den Geist aufgegeben. Blöderweise hatte ich direkt zuvor vierzig(!) Staubsaugerbeutel eines Drittanbieters vom passenden Typ bestellt. Natürlich waren sie für den Nachfolger nicht passend (und ich hatte mich innerlich geweigert, die Wahl des neuen Staubsaugers vom Staubsaugerbeutelstapel in meinem Keller abhängig zu machen).

Aber da kam ich auf eine abstruse Idee. Könnte es sein, dass sich der hochoptimierte Beutel vom Typ A5x per Schere zum hochoptimierten Beutel von Typ SG-65d (Typenbezeichnungen soeben frei ausgedacht) umwandeln ließ?

Dieses Foto ist ein bisschen gestellt. Die herumliegenden Pappteile gehören eigentlich nicht zum hier abgebildeten vollen Beutel, den ich dem Staubsauger gerade entnommen hatte, sondern zum gerade eingesetzten noch leeren Beutel. Ich kam auf die Idee mit dem Foto erst, nachdem ich die Beutel getauscht hatte.

Ja, es klappte sogar ganz hervorragend. So viel zu hochoptimiert und so!

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Immer noch nicht besser…

Dabei habe ich mir solche Mühe gegeben :

Ein Landwirt hat auf einem Feld Dinkel angebaut. Irgendwann stellt er fest, dass die einst so dicht gesäten Pflanzen immer lichter werden. Er erkundigt sich und erfährt, dass es besser wäre, wenn er nun Kartoffeln anpflanzte. Für seine Begebenheiten eignet sich die Sorte Klara am ehesten, so dass er sich eines Tages daran macht, diese auszubringen.

Gerade sitzt er im Traktor, als ein vorbeikommender Spaziergänger fragt, was auf diesem Feld denn wachse. Er antwortet:

„Einst war es Dinkel, aber dann wurde es licht, und nun säe ich Klara.“

Dabei habe ich eine Anspielung auf die Augen der Kartoffeln noch gänzlich unterlassen.

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Ich kann’s nicht besser…

Ein Brüller zum neuen Jahr:

Wie nennt man im Tennis ein französisches Seniorendoppel?

French Open!

OK, versteht keiner. Open ist natürlich der Plural von Opa,.. da ginge sicherlich auch noch ein Witz mit Omen. Aber stattdessen:

Wie heißt das Kind von Bagheera und Shere Khan?

Shakira!

Mist, das neue Jahr tut jetzt schon weh, sorry!

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Neue Musik zum alten Jahr

Die Zeit zum Zurückblicken ist (mal wieder) gekommen, und dazu passt dieses wundervolle Lied Aus dem letzen Jahrtausend meines Freundes Alex E. Magnus, der ja hin und wieder handwerklich hervorragend gemachte Songs (alle am heimischen PC hergestellt!) mit meist nachdenklichen Texten veröffentlicht, die ich auch immer wieder gerne in meinem Blog vorstelle.

An diesem Song gibt es noch ein Besonderheit, weswegen ich hier ihn wirklich gerne vorstelle: der Text stammt in Teilen von mir 🙂

Kurze Vorgeschichte: Nachdem wir zwei im letzten Jahr einen (noch unveröffentlichten) Song produzierten (auch mit Text von mir, Musik von Alex, bei dem ich sogar singen dürfte, was auch der Grund für die verzögerte Veröffentlichung sein mag ;)), fragte ich ihn irgendwann, ob ich nicht noch mal einen Text beisteuern könnte.

Daraufhin gab er mir eine Sammlung von Schlagwörtern zum Thema „aus meiner Jugend“ mit der Überschrift Aber bitte nach Sechs (wenn ich mich recht erinnere). Der Titel „nach Sechs“ bezog sich auf die ehemals günstigere Uhrzeit zum Telefonieren. Er wollte hierzu einen Blues schreiben, aber mit dem Text ginge es nicht so voran. Also kehrte ich in mich und kam mit folgendem Textvorschlag zurück:

Früher war nicht alles besser,
Nur cooler, irgendwie.
Die Musik kam von Kassette
Oder lief auf MTV.

Ob von Walkmann oder Platte,
Es hat geknistert und gerauscht.
Man drehte um und spulte vor,
Hat mitgeschnitten und getauscht.

Wenn die Auslaufrille spielt,
Gibt’s für dich nur noch ein Ziel:

Ruf! Mich! An!
Lass die Wählscheibe dein Glücksrad sein.
(Ruf! Mich! An!)
Die Telefonzelle unten an der Ecke ist frei.
Ruf! Mich! An!
Denn diese Zeiten sind mir nicht geheuer.
( Ruf! Mich! An!)
Aber bitte nach sechs, sonst wird’s zu teuer.

Unser Fernseher war ’ne Röhre,
Schoss Elektronen in den Raum,
Wackelte gern mit der Antenne,
Man konnt‘ den Farben nicht vertrauen.

Kaum Empfang und eher klein
Trotzdem dreißig Kilo schwer,
Lief Bonanza auf Kanal drei
Machte er richtig etwas her.

Jetzt ist leider Sendeschluss
Du weißt was du jetzt tun musst:

Ruf! Mich! An!
Lass die Wählscheibe dein Glücksrad sein.
(Ruf! Mich! An!)
Die Telefonzelle unten an der Ecke ist frei.
Ruf! Mich! An!
Denn diese Zeiten sind mir nicht geheuer.
( Ruf! Mich! An!)
Aber bitte nach sechs, sonst wird’s zu teuer.

Schreibmaschinen, Gothic-Kluft,
Raider, Zigarettenduft
Zinnsoldaten, Kaffee Hag,
Super 8 und Badetag!

Früher war nicht alles besser,
Nur anders, irgendwie.
In der Fussball-Bundesliga
Gab’s zwei Punkte für ’nen Sieg.

Eine Grenze gab’s im Osten,
Eine bei 0,8 Promille,
Wir blickten auf den sauren Regen
Durch verspiegelter Sonnenbrille.

Wir brauchen keine Superhelden,
Um ein Ferngespräch heut‘ anzumelden:

Ruf! Mich! An!
Lass die Wählscheibe dein Glücksrad sein.
(Ruf! Mich! An!)
Die Telefonzelle unten an der Ecke ist frei.
Ruf! Mich! An!
Denn diese Zeiten sind mir nicht geheuer.
( Ruf! Mich! An!)
Aber bitte nach sechs, sonst wird’s zu teuer.

Die vielen alten Sachen
Trage ich im Herzen noch.
Früher war nicht alles besser –
Aber in meiner Erinnerung doch.

Das Jahr zog ins Land, und plötzlich und überraschend erhielt ich von Alex den Link zum neuen Song, bei dem weder der Titel noch der Blues erhalten blieben, dafür aber Teile meines Textes, was mich sehr freute 🙂

Genießt es und feiert schön, das nächste Jahr kommt bestimmt. Und vergesst nicht: Für irgendwen (meine Kinder, zum Beispiel) wird heute die gute alte Zeit sein!

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