Democrazy

Wie schaffen wir es, das Vertrauen in unser demokratisches System wieder herzustellen , die Desillusionierten abzuholen, die Transparenz des Ganzen zu erhöhen?

Ein schwieriges Unterfangen, doch ich hätte da eine Idee:

Lasst uns das höchste gewählte Amt der Europäischen Union (von dem kaum ein Bürger weiß, wie es heißt, was es für Befugnisse beinhaltet, dass es das überhäuft gibt! ) einem erfolglosen Politiker geben, der nie für das Amt kandidiert hat und dessen nationales Ressort in Trümmern liegt. Lasst uns dann die Verteidigung unserer Nation in den Händen eines anderen Politikers legen, der von der Materie keine Ahnung hat und wiederholt beschwört hat, kein solches Amt übernehmen zu wollen.

Das könnte funktionieren…

P. S. Gestern in der Kantine konnte in der Tat weder ich noch meine Kollegen (alle studiert, alle in der Wirtschaft tätig) mit Sicherheit sagen, welches Amt v. d. Leyen nun übernimmt, wie es genau heißt, ob Martin Schulz zu ihren Vorgängern gehört…

Wisst ihr es, ohne Wikipedia zu bemühen?

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Scatterling Of Afrika in Germany

Ich kann es kaum fassen: der „weiße Zulu“ Johnny Clegg ist gestern gestorben, doch in den einschlägigen deutschen Medien ist eine Meldung hierüber so gut wie gar nicht zu finden (in den französischen Medien dagegen war das eines der Hauptthemen, allerdings scheint m. E. die französische Kultur eine ungleich intensivere Beziehung zur Musik des 20. Jahrhunderts zu pflegen).

Ich habe im Büro eine Umfrage (Stichprobengröße ca 10 Personen) gemacht, um festzustellen, wie bekannt der südafrikanische Musiker hier nun ist und musste feststellen: annähernd gar nicht. Dabei war er doch auf dem Rain Man-Soundtrack vertreten!

Was mich daran vor allem überrascht, ist mein falsches Bild vom Bekanntheitsgrad Johnny Cleggs, das ich offenbar Jahrzehnte mit mir herumtrug. Ich dachte, er wäre auch in Deutschland total berühmt! So kann man sich irren.

Nun frage ich mich, wie viele weitere Pseudo-Berühmtheiten ich falsch einsortiert habe. Kennt hier jemand Men At Work?

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Gestank-Rätsel

Es ging auf 14 Uhr zu, ich sollte endlich was für die Familie essbares auf den Tisch stellen. Ein Blick in den Kühlschrank verriet, dass es am Vortag eine große Menge Nudeln mit Bolognese gegeben hatte und genug davon übrig geblieben war, um unsere Familie für einen weiteren Tag zu ernähren. Ich stellte eine große Pfanne auf den Herd und drehte auf.

Kurz vorher hatte es einen starken, unerwarteten und bei uns auf dem Land dringend benötigten Platzregen gegeben, so dass wir schnell alle Fenster im Haus geschlossen hatten. Bevor ich nun mit dem Brutzeln begann, stellte ich das Küchenfenster wieder auf Kipp.

Kaum hatte ich die Pasta und die Fleischsauce in die heiße Pfanne geworfen, kam mir dezent ein ekelhafter Geruch entgegen. Schon letztens war uns unerwarteterweise Fleisch im Kühlschrank schlecht geworden – aber das konnte doch bei der Bolognese von gestern nun wirklich nicht sein!

Ich roch an der Pfanne und konnte nichts Beunruhigendes feststellen. So mischte ich die Soße ein bisschen auf, warf ein paar Zutaten hinzu und musste wieder die Nase kräuseln… da war doch was übles im Gange! Merkwürdigerweise roch es nicht nach verdorbenem Fleisch, sondern auch etwas nach…, na ja…, nach Kot.

Oder bildete ich mir das nur ein? Noch mal an der Pfanne gerochen: nichts wirklich Auffälliges. Also mal links und rechts mit der Nase die Küche durchsucht – nichts. Meine Schuhe angeschnuppert, meine Hände (man weiß ja nie) – Gott sei Dank nichts. Ich verließ die Küche Richtung Hausflur – auch nichts, nicht mal vom Gäste-WC. Doch nur Einbildung?

Ich rief meine Familie zum Essen. Frau und Tochter betraten die Küche, freuten sich: „Oh, das sieht gut aus“ und dann „.. irgendwas riecht komisch.“ Nach sehr kurzer Debatte beschlossen wir, das Essen sicherheitshalber zu entsorgen. Da es noch heiß war, holte ich erst eine Rührschüssel und gib den Inhalt der Pfanne dort hinein.

Meine Frau packte ein paar TK-Pizzen aus der Gefriertruhe, während meine Tochter noch mal ergebnislos an der Rührschüssel roch. Und dann…

… kam meiner Frau der rettende Einfall. Wenige Minuten später aßen wir fröhlich die Nudeln mit Bolognese. Was war geschehen?

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Ein Schild, das zum Gegenstand für einen Beitrag, das für euch zum Lesen hier steht, dient, ist hier zu sehen.

Dieses Schild aus der Reihe klingtwiedeutsch hing in achtfacher Ausführung an den Geländern einer kurzen (aber breiten) Treppe im Eingangsbereich des aachener Uniklinikums:

Der Satz ist ja grammatikalisch (fast) korrekt. Es ist natürlich der eingeschobene Relativsatz, der erstens den Lesefluss unnötig unterbricht und somit die eigentliche Aussage („wird nicht gestattet“) abschwächt, und zweitens die unglückliche Konstruktion zur Hilfe für jmd dienen enthält, die mit ziemlicher Sicherheit (ich gucke das jetzt mal nicht nach) grammatikalisch inkorrekt ist.

Besser wäre wohl gewesen:

Das Treppengeländer dient der Sicherheit unserer Patienten und Besuchern. Das Anbringen von Fahrrädern ist daher nicht gestattet.

Grundsätzlich empfiehlt Dr Pfeffermatz die Verwendung von kurzen, eindeutigen Sätzen. Das gilt auch in der deutschen Sprache 😉 Und inhaltliche Aussagen sollten besser klar von einander getrennt stehen: auf dem obigen Schild zB sind die Inhalte Verbotsaussage und Zweck des Geländers in einander verschachtelt. Gerade für dauergestresste Student*nnIn#nen dürfte diese Inhaltsvermischung für zusätzliche Verwirrung, fehlerhafte Antworten im Biochemie -Test und im schlimmsten Fall Verschnibbelungen am Probepatienten führen.

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Gezeichnet fürs Leben

Hier der Abdruck eines heißen 8er-Bohrers, fünf Wochen nach dem unfreiwilligen Branding:

Da muss ich an die erste Laborregel meiner früheren Chemielehrerin denken:

Ein heißes Reagenzglas sieht aus wie… ein kaltes Reagenzglas.

Hier ein weiterer persönlicher Tipp von mir:

Versuche nie, ein Vertikutierer im laufenden Betrieb mit einer Bohrmaschine zu reparieren. Erst recht nicht, wenn ein wütender Marder darin feststeckt.

Damit solltet ihr für die meisten Unwägbarkeiten des Lebens gewappnet sein.

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Rap-Musikalische Erleuchtung

Vorgestern begleitete eine Bekannte von mir ihre minderjährige Tochter auf ein Konzert zweier halbdeutscher Gangsta-Rapper. Davon abgesehen, dass sie (die Mutter) die Musik ganz furchtbar und die Texte schockierend fand, war sie erstaunt darüber, dass der Haupt-Act schon nach einer Stunde beendet war.

Ich finde das gar nicht verwunderlich. Stattdessen stelle ich mir vor, wie sich nach einer Stunde auf der Bühne ungefähr folgender Gedankenaustausch ergibt :

Hey, Kollegah, mir ist da grad voll die krasse Sch**sse aufgefallen!

Was los, Habibi?

Unsere Songs, ne, die klingen eigentlich alle voll gleich!

Wallah, das stimmt! Jetzt, wo du sagst! Wir haben jetzt krass acht Dinger performed, war aber alle der gleiche Beat, und alle mit Knalldichab und Vollaufdroge und F*tze und so!

Shit, man, das ist voll Betrug! Wir haben unser Publikum gef**kt! Wir machen jetzt besser Abgang, bevor die Bratzen das schnallen!

Geht klar, hab eh keinen Bock, noch zum neunten Mal das gleiche zu spielen!

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Schloss-Paradox

Das Undenkbare ist passiert: Unser Besuch hat sich im Dachgeschoss-Bad eingeschlossen und konnte nicht wieder raus 🤣

Das Bad wird nur von meiner Tochter benutzt, deswegen hatten wir keinen Schlüssel in der Tür. Wir wussten nicht mal, wo der Schlüssel war.

Nun war übers Wochenende eine vierköpfige Familie bei uns zu Besuch, bestehend aus Mutter, zwei Teenager-Töchter und den Freund der Mutter. Freund duschte, und wollte abschließen, suchte einen Schlüssel und fand einen, und zwar den für die Holztür zum Kriechgang.

Wie bei Dirk Gently (Buch, nicht Serie), bei dem ein Sofa die Treppe hochbugsiert werden soll und so stecken bleibt, dass es weder vorwärts noch rückwärts geht (letztendlich ist eine Raum-Zeit – Anomalie dran Schuld, glaube ich), gelang es dem Freund mit vorhandenem Schlüssel die Tür abzuschließen, nicht aber wieder zu öffnen.

Auch „Schlüssel unter Tür, versuch von anderer Seite“ fruchtete nicht… Schließlich konnte aber ein kompatibler Schlüssel aufgetrieben werden, sonst…weiß nicht. Irgendwas mit Gewalt, schätze ich.

In der Nachbearbeitung des Vorfalls habe ich jetzt im Keller einen passenden Schlüssel gefunden, der nun oben steckt.

Überhaupt würde ich gern als Badezimmer-Schlösser mit Schlüssel durch solche mit Drehknopf ersetzen, aber leider sind die nicht so einfach austauschbar. Das Einsteck-Schloss für eine sogenannte WC-Tür muss irgendwie einen halben Zentimeter tiefer als für eine normale Tür eingesetzt werden.

Ein halber Zentimeter! Die Schlösser werden mit Schrauben befestigt, die man durchs Türblatt jagt. Nun müsste ich also ein Bohrloch von 7mm Durchmesser genau 5mm unter einem bisherigen 7mm Loch setzen. Eine weitere Unmöglichkeit, völlig abgesehen davon, dass dass Innere einer solchen Tür aus bröseligstem Presszeugs besteht.

Naja, der nächste Besuch ist vorgewarnt.

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