Frankreich hat die Wahl…

… und fast alle versprechen mehr Law & Order (die Linken nicht so), mehr Staat, flexiblere Arbeitsgesetze, Vollbeschäftigung, mehr Kaufkraft, mehr Sicherheit, mehr Agrar, mehr digital, und alle sind sie stolze Franzosen … 

Also, alles bleibt wie es ist!

P.S. Die Hauptunterschiede: die Rechten wollen aus Europa raus, klar. Und alle außer die zwei großen Parteien wollen Bürokratie abbauen, Verwaltungsebenen streichen, das Parlament verkleinern (das dürfen die Großen ja nicht, weil dann Posten verloren gehen!). Und es gibt auch alternative Kandidaten, denen der Rückkehr zum Agrarstaat am Herzen liegt.

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Wo wären wir ohne…

… wegweisende Instruktionen, die uns sagen, wie und mit welcher anschließender Gefühlsäußerung löslicher Kaffee zuzubereiten ist.

Und eine Anleitung in sechs Schritten zur Bedienung eines Aufzugs hatte ich bis dato auch noch nie gesehen. Insbesondere Punkt eins hat mir die Augen eröffnet.

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Normal ist das nicht.

In der Mathematik wimmelt es von normalen Dingen. Es gibt normale Zahlen, Vektoren, Matrizen und Räume, die aber beim ersten Hinsehen gar nicht so normal wirken. Wer steht schon den ganzen Tag senkrecht oder kommutiert regelmäßig mit seiner Transponierten?

Und trotzdem sind diese normalen Dinge gut. Sie machen das Leben einfach. Plötzlich ergeben sich Nullen oder disjunkte Umgebungen oder wenigstens gesicherte Verteilungsaussagen, wo vorher nur Chaos, Kuddelmuddel und Unvorhersagbarkeit war.

Darauf möchte ich heute hinaus: Normalsein ist gut. Normalität ist erstrebenswert. Ja, Normal ist toll!

Und da muss ich mir selber an die Nase fassen. Beim näheren Betrachten dieses Blogs stelle ich nämlich fest, dass auf diesen Seiten ausgesprochen wenig Normalität herrscht. Stattdessen überwiegen eher abnormale Beiträge, wie…, ach, ich erspare mir eine Liste mit Links, dann erstens wäre sie ausgesprochen lang, und zweitens röche das arg nach Klicktreiberei, was beides keinesfalls als normal durchgehen kann.

Normale Artikel sind gut recherchiert, behandeln gesellschaftlich aktuelle und relevante Themen, sind logisch stringent und sprachlich ansprechend. Mit Logik und Sprache kenne ich mich etwas aus, aber mit Recherche und Relevanz bin ich hoffnungslos überfordert. Weil keine Zeit und keine Ahnung.

Ups, seht ihr? Schon ist es mit der Sprache auch nicht mehr weit her.

Artikel mit Katzen sind, glaube ich, gesellschaftlich relevant. Ich habe keine Katze. Und natürlich Politik, so mit Ausland und AfD und Arbeitslosenstatistiken und Akronymen und Asylverfahrenbeschleunigungsgesetzen, aber da weiß ich echt gar nichts von. Ich habe da nicht mal eine Meinung zu, genau so wenig wie zu Kunst oder zu Großstadtbauprojekten.

Ich kann auch nicht über die Reichen und Mächtigen schimpfen, weil ich nicht ausreichend recherchiert habe, warum sie zu den Bösen gehören und insgeheim die Befürchtung habe, dass einige von ihnen total nett sein könnten.

Ich kann keinerlei Beweise zu irgendeinen der gängigen Verschwörungstheorien vorlegen; so weiß ich zum Beispiel vom Internationalen Judentum so wenig wie von Katzenpflege. Außerdem finde ich die Idee eines weltumspannenden Tums ziemlich cool und bin sogar ein bisschen neidisch, da nicht zuzugehören. Andererseits bin ich ja katholisch getauft und irgendwann ausgetreten, vielleicht bin ich ja Teil des Internationalen Ausgetretenen Christentums und wusste bisher nur nichts davon. Oder ich bin als promovierter Mathematiker passives Mitglied des Internationalen Nichtmedizinischen Doktortums. Auf das nichtmedizinisch lege ich übrigens wert, ich möchte nämlich nicht, dass mein Kommentarbereich mit Fotos von Ekzemen mit der Bitte nach einer Diagnose befüllt wird.

Hmmm…

Allmählich schwant mir, dass auch dieser Artikel voll unsenkrecht wird. Ich gehe jetzt mal eine Runde kommutieren, entschuldigt mich.

Für die, die dran geblieben sind, hier ein immerhin normahles Video.

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Hasenpopokuchen

Diese hintere Hasenhälfte hat meine Tochter mit meiner Mutter gebacken – das Schlachtfest kann bald beginnen!

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Seelenruh. Nicht.

Mein Nervenarzt riet mir, mich mehr auf die positiven Aspekte meines jämmerlichen Daseins zu konzentrieren. Dieser therapeutische Ansatz soll der nun folgenden Zusammenfassung meines gestrigen Tags zugrunde liegen:

Trotz meiner derzeitigen Bandscheiben-Ischias-Beschwerden wachte ich in aller Frühe schmerzfrei auf, als mein kleiner Sohn (im folgenden KC genannt, steht für Kevin-Conan) wie üblich zeterte, meckerte und schrie. Nach dem ebenfalls üblichen halbstündigen Hickhack mit dem wie und wo und ob überhaupt der Milchzufuhr (will Maff, will nis Maff, unten Küche, oben Bettmamapapa) gab KC sogar zehn Minuten Ruhe. Schön!

Ich durfte den Vormittag zuhause verbringen! Und zwar, weil KC Durchfall hatte. Hochmotiviert begann ich gleich als erstes, noch während der Kaffee durchlief, das Nano-Aquarium zu säubern. KC, inzwischen wieder aufgetankt, war wie stets sehr hilfsbereit, so sehr, dass wir zusammen mit dem Aquariumswasser (und danach mit Leitungswasser) Teile der Küche reinigten. Wie die Fliesen glänzten! Und fünfzehn Blasenschnecken durften vor ihrer Entsorgung sogar einen Ausflug über den Küchenboden machen! So kamen schon früh am Morgen mein Kreislauf und meine Stimmbänder in Schwung.

Die großen Kinder hatten auch Bauchschmerzen, gingen aber freiwillig in die Schule, entweder aus Ehrgeiz oder um meinem Geschrei zu entkommen. So konnte ich ungestört die Mineralwasserflasche entsorgen, die KC im vollen Zustand auf die Fliesen fallen lies. Als kleiner Bonbon wurde der Küchenboden zum dritten Mal innerhalb einer halben Stunde gereinigt, diesmal mit Mineralwasser. Ich liebe saubere Küchen!

Danach wuschen wir zwei uns und zogen uns an. Ich räumte ein bisschen, und KC wusch sich ein zweites Mal. So ein reinliches Kind! Im bekleideten Zustand, allerdings, also zog ich ihn ein zweites Mal an.

Wir spielten. Zwischendurch versuchte ich, ein bisschen was am PC zu erledigen, aber das Internet wollte nicht. Als ich feststellte, dass auch Telefonieren nicht mehr möglich war, strahlte ich vor Glück: endlich hatte uns NetAachen auf Glasfaser umgestellt!

Ich hatte vorsorglich eine neue bessere dickere Fritz Box gekauft, und schloss diese nun an und richtete sie ein – ein Kinderspiel! Nur leider immer noch weder Internet noch Telefon.

Zweites Frühstück: ein Kaffee für mich, ein Glas Saft für KC, jeder einen Keks, das Glas in Scherben auf dem Küchenboden. Elterlches Geschrei, flüchtendes Kleinkind, aber: eine frisch gekehrte, gestaubsaugte, abermals gewischte Küche. Herrlich!

Der Rest des Vormittags verlief weitestgehend unspektakulär. Ich erwischte KC dabei, wie er wieder mit einer Flasche Sprudelwasser umher lief, und obwohl ich mich (vor Rage) nur undeutlich zu artikulieren wusste, verstand dieser schlaue Kerl auf Anhieb, was er zu tun hatte und versteckte sich in seinem Zimmer unter der Bettdecke.

Als wir uns wieder vertragen hatten, half er mir aktiv bei meinem Fritz-Box-Problem mittels Schere und Filzstifte, leider ohne den erwünschten Erfolg. Und als ich eine Viertelstunde in der Hotline-Warteschleife hing, peppte er den eintönig schwarzen Teppich im Zimmer seiner Schwester mit roten Tupfern aus Nagellack auf. So jung und schon so künstlerisch!

Mittags kam meine Frau von der Arbeit nach Hause, und ich Glückspilz durfte zur Arbeit! Schon im Bus machte sich mein Ischias bemerkbar, aber ich musste an diesem Nachmittag auch gar nicht vorm Rechner sitzen, was meinem Zustand nur verschlimmert hätte.

Stattdessen durfte ich über viele Stunden stehend diverse Kurzvorträge lauschen! Wurden die Schmerzen im Rücken schwer erträglich, gab es stets einen freien Stuhl zum Hinsetzen, und tat mir vom Sitzen der Ischias weh, gab es stets einen freien Stehplatz.

Abends schaute ich auf dem Heimweg auf einen Plausch beim NetAachen-Laden vorbei. Zwar gab es keinen Kaffee (war auch nicht nötig, da ich schon bei Tasse Numero Fünf angekommen war), stattdessen den wohlgemeinten Rat, mich an die Hotline zu wenden. Der Mitarbeiter war überaus freundlich und empathisch, und er zeigte auch Verständnis für Betreiber und Mitarbeiter eines für den Kunden scheinbar unerreichbaren Call Centers. Am Ende erhielt ich einen Priority Pass, der es mir gestatten sollte, beim Call Center tatsächlich jemanden zu erreichen.

Eine tolle Erfindung, die sogar funktionierte! Wieder traf ich – telefonisch diesmal – auf einen freundlichen, mitfühlenden und kompetenten Mitarbeiter, der schnell und zielsicher feststellte, dass der Techniker Mist gebaut hatte. Schon übermorgen gäbe es einen zweiten Versuch!

Und bis dahin keine störenden Telefonate, Emails, Netflix-Serien…

Juhu!

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Demokratie vs. Demokratie

Was ist die schlechtere Form der Repräsentation in einer Demokratie?

  • Die Mehrheitswahl wie in den USA, die zu einem (im Wesentlichen) Zwei-Parteiensystem führt, bei der diese zwei Parteien sich aufs Blut und zum Schaden des Landes bekriegen und das Regieren unmöglich machen, oder
  • Die Verhältniswahl wie in Deutschland, die Koalitionen nötig macht, zu deren Erhalt wiederum politische Entscheidungen getroffen werden, die weder in der Bevölkerung, noch in den Kammern, noch in der Regierung eine Mehrheit haben (siehe Herdprämie, siehe PKW-Maut)?

    Gibt es einen vernünftigen Zwischenweg? Ich kenne die politischen Systeme anderer Länder nicht gut genug, um dies zu beurteilen.

    Auf jeden Fall empfinde ich es als großen Schaden für die Demokratie eines Landes, wenn solche Entscheidungen wie bei der Maut gegen den Willen aller Mehrheiten, nur aus Koalitionsräson getroffen werden. Dieser Hang zu bewussten Fehlentscheidungen, zusammen mit der inhärenten Langsamkeit von politischen Prozessen und der gelebten Praxis der Unglaubwürdigkeit tragen maßgeblich zur allgemeinen Politikverdrossenheit bei.

    Eine echte Erneuerung täte gut. Während sich die ernsthaften Politiker derart diskreditieren, gewinnen im Gegenzug die Politiker, die angeblich Klartext reden (aber eigentlich nur aufgeregt polemisieren), alles in Frage stellen (inklusive unser Wertesystem und die Demokratie an sich) und schnelle, einfache (und falsche) Lösungen anbieten.

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    Es schulzt auch im Radio

    Ja, den Schulz-Effekt gibt es auch im seichten Gefilde des Pop, auch wenn ich die Hintergründe nicht verstehe – schließlich leidet der Radiohörer nicht im gleichen Maße an einer alternativlosen Übermacht wie es der politikverdrossene Bürger tut.

    Der Schulz des Pop heißt Ed Sheeran, denn dieser ist mit seinem neuen, sehr netten, aber wahrlich nicht außergewöhnlichen Album ÷ zum neuen King Of Pop gekürt worden. Er hat dreizehn Songs gleichzeitig in den Top Ten, im Radio werden die Verkehrsnachrichten von Ed-Sheeran-Meldungen unterbrochen, und YouTube möchte sich als EdTube neu gründen.

    Der sympathische Hobbit wurde nachträglich als Urheber von Billy Jean eingetragen, als Erfinder des Grunge ernannt, als fünfter Beatle bestätigt. Nicht ausgeschlossen, dass sein Castle-On-The-Hill ihm auch den Weg in die britische Thronfolge ebnet.

    Hier zur Abwechslung ein Song, der vermutlich nicht von Eddy stammt:

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