Nicht alle Sinne beisammen

Der kleine Kevin-Conan, bereit für den Kindergarten, öffnet die Haustür. Kühle, frische Morgenluft strömt hinein. KC ist von der unerwarteten Erfrischung ganz angetan, streichelt sich den Bauch und sagt:

„Kaltes schmeckt mir!“

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Handarbeit (an der Spüle)

Wie haltet ihr es mit dem Abwasch? Will sagen: was kommt in die Spülmaschine und was wascht ihr per Hand ab?

Die Fragestellung ergibt sich, weil meine Frau und ich etwas unzufrieden mit dem ungünstigen Zuschnitt unserer vom Vorbesitzer übernommen Küche sind, und wir letztens die großzügige Ablagefläche in der Küche von Bekannten bewunderten. Da stand sogar eine Küchenmaschine, wofür wir im Traum keinen Platz hätten.

Ich fragte mich, ob wir Sachen bei uns rumstehen hatten, die es hier in der Küche nicht gab. Dabei fiel mir eben auf, dass unsere Freunden kein Abtropfgitter hatten, welches bei uns wiederum den Platz zwischen Spüle und Mikrowelle (die bei uns natürlich nicht eingebaut ist) besetzt. Auf meine Nachfrage, wo es denn versteckt sei, erfuhr ich zu meiner Überraschung, dass sie sowas nicht bräuchten, es käme alles in die Spülmaschine.

Hmmm. Gar nichts per Hand spülen? Also ich spüle recht viel per Hand, und zwar:

  • Töpfe und Pfannen, also Kochgeschirr. Weil sie viel Platz in der Spülmaschine wegnehmen, und weil es teilweise ineffizient wäre: gerade gußeisernes Kochgeschirr ist in nu gespült, was soll der Topf 40 Minuten in der Spülmaschine bearbeitet werden? Umgekehrt tue ich schon mal Backformen, an denen viel Hartnäckiges klebt, eher in die Maschine.
  • Kaum beschmutzte Dinge, so wie eine Schüssel, in der trockenes Brot lag; eigentlich alles, was mit nichts flüssigem, nichts fettigem nichts klebrigem in Berührung kam und eigentlich nur kurz unter fließendem Wasser abgespült werden müsste. Wieder wegen der Effizienz.
  • Dinge aus oder mit Holz: Holzlöffel, Holzbrettchen, Steakmesser mit Holzgriff. Weil Holz und so, schon klar.
  • Frühstücksbrettchen aus Kunststoff. Weil es so einfach geht.
  • Kochmesser und Pfannenwender, weil ich die gleich wieder brauchen werde.
  • Hin und wieder ein paar Besteckmesser. Weil wir nie ganz genug davon haben. Da müssten wir wohl nachkaufen, aber wir haben schon vier verschiedene Bestecke, die es nicht mehr zu kaufen gibt (plus diverse Einzelstücke) – jetzt noch ein fünftes?
  • Joghurtbecher (und ähnliches), bevor sie in den Gelben Sack wandern. Ja, da bin ich ganz deutsch 😉 Aber ehrlich, das stinkt doch sonst zum Himmel, wenn alter Joghurt über zwei Wochen erst im Eimer unter der Spüle, dann im Gelben Sack im Keller, und schließlich in der Garage vor sich hin modert. Die wasche ich ganz zum Schluß im letzten Abwaschwasser, damit keiner sagen kann, ich würde dafür Wasser verschwenden. Und ich frage mich, was machen die Nichtdeutschseienden? Den Gestank ertragen, oder die Joghurtbecher alle vom Hund sauber lecken lassen? Ich glaube nicht, dass unsere Kaninchen dafür zu haben sind.

Also, liebe Leser: wie handhabt ihr das?

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Verhandlungssache

Papa arbeitet im Garten und macht Dreck und Unordnung, aber nichts im Vergleich zum unheiligen, saumäßig matschigen Totalchaos, den der dreijährige Kevin-Conan gerade auf der Terrasse veranstaltet. Dabei verhandelt er auf seine Art mit mir, was er gerade darf und was nicht („ich will alles nass!“, „ich will mehr Wasser!“, „überall!“, „doch!“, …, „dann nur überall hier!“, „noch viele Gießkannen!“), wobei er ein deutlich härterer Verhandlungspartner ist als ich. Und ich denke mir, wenn dies eine Verhandlung unter (kommunikationsfähigen) Erwachsenen wäre, klänge das ungefähr folgendermaßen:

„Vater, ich spüre den unwiderstehlichen Drang, die Terrasse vollständig mit Dreck und Wasser einzudecken, so dass sie einer matschigen Wiese gleicht. Dabei werde ich auch mich derart besudeln, dass du mich umziehen und meine Klamotten per Hand auswaschen musst. Geht das so in Ordnung?“

„Nein, ich möchte, dass du die verwendete Wassermenge auf eine Gießkanne beschränkst und die Tätigkeit auf den Bereich zwischen Wand und Spielhäuschen einschränkst. Des Weiteren sollst du versuchen, dem Feuchtigkeitsgrad deiner Kleidung auf ein Minimum zu reduzieren.“

„Dann schlage ich vor, nur die linke Hälfte der Terrasse zu bearbeiten, veranschlage dafür einen Verbrauch von fünf Gießkannen. Auf meine Jacke passe ich auf, bei den Schuhen und der Hose wird eine manuelle Nachbearbeitung unausweichlich sein.“

Und so weiter…, bis schließlich:

„Die Parteien einigen sich auf eine Bematschung des linken vorderen Terrassenviertels zuzüglich der direkten Umgebung des Spielhäuschens. Dabei dürfen maximal drei volle Gießkannen und das Restwasser aus dem Bobby-Car-Anhänger zur Anwendung kommen. Eine Bearbeitungszeit von zwanzig Minuten darf nicht überschritten werden. Der Bematschende verpflichtet sich, sich direkt im Anschluss einer gründlichen Reinigung zu unterziehen und ohne Murren seinen Schlafanzug anzuziehen.“

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Reblog: Gesellschaftlicher Zusammenhalt

Ich reblogge ja selten was, aber folgender Beitrag von gnaddrig spricht mich zu sehr an, als dass ich es mit einem einfachen like bewenden lassen möchte:

Bevor er noch seinen Schreibtisch im Bundesministerium des Inneren, für Bau und Heimat eingeräumt und ein paar Bilder aufgehängt hat, spricht Horst „#HeimatHorst“ Seehofer den Muslimen in Deutschland ins Gewissen. Sie müssten „unsere Werte“ anerkennen, sie müssten „mit uns leben, nicht neben uns oder gegen uns“, und dazu müsse man miteinander reden (weshalb er die […]

über Gesellschaftlicher Zusammenhalt — gnaddrig ad libitum

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Den Winter…

… was haben wir ihn vermisst.

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Relativität

Ich fegte also im Vorgarten ein paar Handvoll Blätter und Zweige zusammen und suchte nun ein kleines Behältnis, um diese die wenigen Meter bis zur Mülltonne zu transportieren. Da kam mir mein dreijähriger Sohn Kevin-Conan gerade recht.

„KC, kannst du mir einen kleinen Eimer bringen?“

„Was bringen?“

„Einen kleinen Eimer aus deinen Sandkasten-Sachen.“

„Ok“, sagte er und brachte mir… ein winziges Förmchen.

„Nee“, erklärte ich ihm, „ich brauche einen Eimer für die Blätter hier.

„Einen GROSSEN Eimer brauchst du!“

Alles relativ, offenbar. „Ja, einen großen Eimer.“

Und so brachte er mir… ein größeres Förmchen. Die Blätter durfte KC dann selber zur Tonne bringen.

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Ansprüche

Unsere eigenen Ansprüche bezeichnen das, worauf wir ein (gutes) Recht haben. Wir streben danach, unsere Ansprüche erfüllt zu kriegen und klagen diese notfalls ein. Ein Satz, in welcher der Begriff „meine Ansprüche“ vorkommt, ist meist eine selbstbewusste, selbstbehauptende Klarstellung.

Die Ansprüche der anderen dagegen stellen die Obergrenze dessen dar, was diese anderen zu erwarten haben. Diese Ansprüche sind per se unverdient, und wehe, ein unverschämter Anspruchssteller möchte mehr. Ein Satz, in welcherer der Begriff „seine Ansprüche“ vorkommt, ist meist eine Anklage.

In diesem Zusammenhang ein Artikel der NY Times

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