Schneeball!

Der Winter beginnt, und zwar in Form eines Schneeballs:

Gestern erhielten wir, bzw. unser Zweijähriger einen Kettenbrief, in dem wir aufgefordert wurden, sechs weiteren Kindern zu schreiben und einem Kind aus einer beigefügten Liste ein Pixi-Buch zuzuschicken. Wenn jeder dieser sechs Kinder weiteren sechs Kindern den Brief weiterreicht, stehen wir bei 36 Kindern auf der Buch-Zurückschick-Liste und können also ein Plus von 35 Kinderbüchern machen. Supi! Hier die Vorlage im Netz: http://buecher-wuermer.blogspot.de/2014/11/buecherwuermer-pdf.html

Offenbar kursiert dieser Kettenbrief schon seit Jahren im Netz und wird in allerhand Foren zumeist begeistert diskutiert („Tolle Idee!“). Der im Brief angegebene Original-Link (http://www.bit.ly/buecher-wuermer) tut’s nicht mehr, falls er es jemals tat… Dabei beschweren sich viele Teilnehmer, dass sie zwar ein Buch verschickt, aber keins erhalten haben. Was sagt man dazu?

Vielleicht…?

schneeball

Jo! Das nennt sich Schneeballsystem! Und egal ob es sich dabei um das wundersame Vermehren von Geld handelt (was in zivilisierten Ländern verboten ist und einen Betrugsdelikt darstellt) oder um etwas so wertvolles und liebenswürdiges wie Kinderbücher, Schneeballsystem bleibt Schneeballsystem.

Denn jetzt denkt doch mal nach, liebe Eltern: Wenn du wirklich ein Buch verschenkst und im optimalen Fall 36 Bücher zurückkriegst, dann sind die 35 Bücher, die du dazu gewonnen hast, doch nicht aus dem Nichts entstanden! Jedes im System erhaltene Buch muss ein anderer Teilnehmer verschenkt haben – logisch. Nochmal: Die Summe der verschickten Bücher ist gleich die Summe der erhaltenen Bücher. Das bedeutet: 35 Bücher Gewinn bei dir bedeuten 35 Bücher Verlust woanders! Irgendwo am Ende der Schlange haben 35 Mütter oder Väter ein Pixi-Buch verschenkt, ohne dass sie etwas dafür zurück bekommen haben. Und diese melden sich dann leicht verdattert in irgendwelchen Elternforen und wundern sich…

Ein Schneeballsystem funktioniert nur, wenn sie auf eine unendliche Menge losgelassen wird (ein bisschen wie Hilberts Hotel), aber selbst die Menge der naiven Menschen, die an sowas teilnehmen, ist begrenzt 😉 Tatsächlich bricht jedes Schneeballsystem früher oder später in sich zusammen, und die letzten beißen die Hunde.

Advertisements
Veröffentlicht unter Echte Geschichten, Mathematik & Logik | Verschlagwortet mit , , , | 3 Kommentare

Eine Angelrute…

… aus Stock, Fadenrolle, K’nex-Rolle, Eichel.

Veröffentlicht unter Aus Spaß am Leben | Verschlagwortet mit , , | 1 Kommentar

Jugenddummheit

Es ist mal wieder Zeit für eine Beichte: Als Kind dachte ich tatsächlich, vakuum-verpackter Kaffee wäre innerhalb der Packung schwerelos…

Freischwebende halfpfundige Packung gemahlenen Kaffees. In diesem Beispiel ist die Schwerkraft innerhalb der Packung noch einwandfrei, in einer direkten Umgebung außerhalb der Packung jedoch bemerkenswert niedrig.

Veröffentlicht unter Echte Geschichten | Verschlagwortet mit , , , | Kommentar hinterlassen

Filmschlaf

Ein Posting von Feldlilie erinnerte mich daran, dass ich schon immer mal öffentlich über die Darstellung des Nachtschlafs im Medium Film mich aufregen wollte. Denn man tau:

Menschen im Film schlafen folgendermaßen: sie legen sich abends (natürlich geschminkt und coiffiert und im sehr vorzeigbarem Nachtgewand, selbst das ausgeliehene Knopfhemd vom Freund ist fleckenfrei und gebügelt, und Männer pennen nie in Unterhose, außer es sind schicke Boxershorts) hin, und wachen acht Stunden später, bei herrlichem Sonnenschein, der in voller Pracht das immer noch sehr aufgeräumte Bett beleuchtet, in genau derselben Position auf, wie sie acht Stunden zuvor die Augen schlossen. Und falls sie zu zweit sind und sich liebevoll aneinander gekuschelt haben, verharren sie ebenfalls acht verfluchte Stunden lang in jener Kuschelposition (ihr Kopf auf seiner Brust, zB).

Besonders negativ fiel mir diese leicht unrealistische Darstellung des Schlafens im Film Die Bestimmung mit Sandra Bullock auf. Dort schläft Sandra ziemlich viel, so sechs oder sieben Nächte. Das kriegt man als Zuschauer ziemlich genau mit, denn der nächste Morgen gehört dort just nicht zum nächsten Tag, will sagen… ähm… Zeitreiseschleife und so. Aber das tut hoffentlich nichts zur Sache, und wenn doch, dann sucht euch einfach einen anderen Hollywood-Schinken als Beispiel aus.

Also, Sandra Bullock wacht morgens auf, sieben Mal, und sieht dabei stets aus wie…. wie Sandra Bullock, eben. Dabei liegt sie immer genau so da, wie sie sich hingelegt hat, und zwar meist gerade auf dem Rücken ruhend wie bei einer Entspannungsübung. Also wie eine Mumie. Eine sehr hübsche Mumie, allerdings. Umwerfend hübsch, sogar, aber ich schweife ab… Jedenfalls: Augen zu, weg, Augen auf, Sonne scheint, Sandra ist ausgeruht und hübsch und kann direkt vor der Kamera posieren.

Sandra und Pfeffermatz schlummern einträchtig und sorgenfrei nebeneinander in freier Wildbahn

Ich wache nicht acht Stunden, sondern vielleicht zwei Stunden später zum ersten Mal auf. Ich wälze mich ein bisschen rum, kann nicht wieder einschlafen, und gehe dann aus Verzweiflung pinkeln. Falls ich mich dabei im Badezimmerspiegel erblicke, schaut ganz sicher keine verträumt guckende (und umwerfend süße) Sandra Bullock zurück, sondern ein Pfeffermatz, der seit dem Zu-Bett-Gehen scheinbar schwerste Schicksalsschläge hat hinnehmen müssen. Erschrocken lege ich mich zurück ins Bett und wälze weiter und schlafe mit etwas Glück in rückentötender Position ein.

Zwei weitere Stunden später wache ich erneut auf, mein Rücken schmerzt, ich muss die Position wechseln, mehrmals vielleicht, und wo ich schon dabei bin, schaue ich mal bei der Toilette vorbei.

Wiederum zwei Stunden später ist es der Bauch, der schmerzt. Vielleicht hilft neben einem Positionswechsel auch ein kurzes Blasenentleeren, das entspannt.

Ich suche eine entspannte Position, vielleicht auf dem Rücken? Schau die Decke an, meine Augenlider werden schwer. Nee, doch nicht. Brauche ich schon wieder eine andere Matratze? Nee, daran liegt’s nicht. Hat da ein Kind gehustet, hoffentlich wird es nicht krank, ich habe bei der Arbeit so viel zu ,tun, Kollege X braucht dringend eine Rückmeldung, habe ich schon …? Vielleicht liegt’s am Kopfkissen, da ist so eine Lücke, wenn ich auf der Seite liegen, wieso liege ich wieder auf der Seite? Muss schlafen.

Flashpop / Getty Images

Sandra Bullock würde einfach schlafen. Einfach so. Ob sie mich heiraten würde? Aber ich will nicht in die USA ziehen, dort gibt es kein richtiges Brot, und ich weiß nicht, welche Möbel ich mitnehmen soll. Sandra ist doch halbe Deutsche, vielleicht wäre sie damit einverstanden, dass ich in Deutschland bleibe…

Oh mein Gott, ein Lichtstrahl bahnt sich durch einen winzigen Spalt meines geschlossenen Rollos. Ist das die Sonne oder nur das Badezimmerlicht eines entfernten Nachbarn? Jetzt ist es mit dem Schlaf auf jeden Fall vorbei.

Wie bitte sehr kann Sandra Bullock unbeeinträchtigt weiter pennen, wenn die Sonne schon seit Stunden in ihr rollofreies Zimmer scheint? Warum gibt es in den USA keine Rollos? Und wäre sie damit einverstanden, wenn ich welche für unser Schlafzimmer in LA importieren lasse?

Was mich nun interessieren würde: Falls ihr eure Bettstatt mit einem anderen menschenähnlichen Wesen teilt, könnt ihr Arm in Arm einpennen und findet euch gar morgens in gleicher Position wieder, oder könnt ihr nur berührungsfrei einschlafen?

Veröffentlicht unter Unsere bunte Welt | Verschlagwortet mit , , , | 14 Kommentare

Dokter Autschen Meinheit

In den glühenden Bandschaften zankt wo Bammeln das Beisammen zerstört.

Veröffentlicht unter Aus Spaß am Leben, Deutschland | Verschlagwortet mit , , , | 8 Kommentare

Das Kreuz

Einst wählte ich sie aus Überzeugung, dann aus Mangel an Alternativen, bald aus Gewohnheit, und nun aus Mitleid.

Kurzmitteilung | Veröffentlicht am von | Verschlagwortet mit , , , | Kommentar hinterlassen

Das einzige, was vergeht, ist die Zeit.

Alte Gesichter,
nach Jahrzehnten
neu. In Sekunden
altbekannt.

Alte Stimmen
Nie vergangen.
Heute schlägt
Ein junges Herz.

Veröffentlicht unter Auf dem Weg zum Glück, Uncategorized | Verschlagwortet mit , , , , , , | 12 Kommentare