Reisebericht England

Hier meine wichtigsten Erkenntnisse:

  • Die Engländer, bzw. die dort wohnenden Menschen (siehe nächsten Punkt) sind unglaublich freundlich und hilfsbereit. Fast ausnahmslos alle.
  • Ich habe innerhalb Londons keinen einzigen Angestellten in der Gastronomie oder im Hotelgewerbe angetroffen, dessen Muttersprache Englisch gewesen wäre. Das hatte ich nicht ganz so erwartet, dass ich mit meinem kaum noch aktivem Kinder-Amerikanisch in London mehr Muttersprachler war als die meisten meiner Gesprächspartner!
  • Die Engländer sind sehr diszipliniert und konsequent. Wenn sie schon auf der falschen Straßenseite fahren, dann alle und permanent. Das finde ich gut so, alles andere wäre auch gefährlich.
  • Um den Brexit zu finanzieren, wird der Big Ben abgebaut und verkauft.
  • Diese Wache hat sich zwei Stunden lang nicht bewegt. Danach hatte ich keine Lust mehr.
  • Es gibt eine U-Bahn, die überhalb der Themse im Kreis fährt. Wozu?
  • Downing Street 10 sieht ganz schön heruntergewirtschaftet aus.
  • Wenn ein Spatz (auf dem Foto leider kaum zu erkennen) verbotenerweise vom Kopf eines Löwen zu fallen droht, kommt gleich die Polizei.
  • Die Tower Bridge ist nicht aus Lego!
  • Der Tower of London ist inzwischen der niedrigste Turm Londons und soll deswegen laut EU-Richtlinie seinen Namen aberkannt kriegen. Ein weiterer Grund für den Brexit.
  • Die Telefonzellen waren mal schöner. Dafür haben sie oben einen Getränkehalter.
  • Das Essen geht so. An die Baked Beans zum Frühstück könnte ich mich aber gewöhnen.
  • Die Barkeeperin empfiehlt das britische Lager weil warm und flach. Da ziehen meine Kinder ein Guinness vor.
  • London sieht von oben wie Aachen aus. Nur größer und mit Fluss. Also wie Köln. Aber von dieser Höhe aus sind weder baked beans noch Linksverkehr zu erkennen. We are 1 world.
  • Unsere Fähre ist abfahrbereit. Cheerio!
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Letzte Chance Before Brextinction

Im Jahre 1990 kam das Buch Last Chance To See (dt. Die Letzten Ihrer Art) von Douglas Adams und Mark Carwardine heraus, basierend auf eine gleichnamige BBC-Serie. Die Serie und damit das Buch folgte dem Zoologen Carwardine und dem Hitchhiker-Autor Adams auf ihrem Reisen zu diversen von Aussterben bedrohten und meist sehr abgelegen wohnenden Spezien.

Ich habe das Buch damals mit großer Freude gelesen und wieder gelesen, und vermutlich ist es heute noch ein great read. Das Buch hat mich sogar derart inspiriert, dass ich heute nun selber eine ähnliche Forschungsreise, nur unter umgekehrten Vorzeichen, antreten werde.

Damals waren es Menschen der Spezies Brittanicus europaia, welche die Welt nach den Letzten irgendwelcher Arten absuchten. Dass sie selber mal auf der Roten Liste stehen könnten, wäre ihnen wohl kaum in den Sinn gekommen.Welch tragische Ironie, dass sie kaum dreißig Jahre später fast vollständig vom konkurrierenden neo-endemischem Brittanicus brexita verdrängt worden sind. Laut pessimistischster Prognosen bleiben dem Europäischen Engländer nur noch wenige Monate oder gar nur Wochen bis zur endgültigen Ausrottung!

Höchste Zeit für mich also, dieser freundlichen aber etwas seltsamen Spezies noch mal aus der Nähe anzuschauen.

Irgendwo dort drüben sollten sie zu finden sein:

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Er ist wieder da.

Nein, nicht er. Sondern der geflüchtete nigerianische Prinz, der mein Konto als Durchgangskonto verwenden und mich freundlicherweise mit ein paar Prozenten der unfassbar hohen Summe entlohnen möchte. Dazu ein treudoofer todkranker Priester mit einer dicken Erbschaft, die er nicht mehr selber verwalten kann und in meinen verlässlichen Händen legen mag, und ein erfreulich direkter Anwalt, dem mein zukünftiges Reichtum sehr am Herzen liegt.

Ich dachte, der sogenannte Vorschussbetrug per Email wäre ausgestorben, so wie ich überhaupt selten noch Spam erhalte. Es scheint mir aber, dass bei Freenet eine Firewall zwischenzeitlich nachgegeben hat, den ein paar Wochen lang erhielt ich über meine Freenet-Adresse mehr Spam als in all den Jahren zuvor zusammen.

Ist aber inzwischen wieder vorüber…

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Wenn Welten aufeinander prallen

Hier ein Gespräch dass ich über die Jahre schon mit unzähligen PhysiotherapeutI*#nNen geführt habe:

Physio: Ihre Rückenmuskulatur… (mecker, mecker) .

Ich: Ich weiß, deswegen bin ich hier.

Physio: Sitzen sie viel?

Ich: Ja, ich habe einen Bürojob.

Physio: (missbilligend) Sie üben also eine sitzende Tätigkeit aus?

Ich: Ja, ich sitze im Büro.

Physio: Wieviele Stunden am Tag sitzen Sie dann?

Ich: Den ganzen Tag. Im Büro. Und natürlich auch im Bus und am Tisch und auf dem Sofa (und beim Klavierspielen, das erwähne ich aber nicht).

Physio: Und wieviele Stunden sind das?

Ich: 10 bis 12 Stunden am Tag (sind aber wahrscheinlich viel mehr).

Physio: (gespieltes Entsetzen) Das ist ganz schlimm für den Rücken… und Hüfte… und Bandscheiben… und alle möglichen Muskelgruppen…

Ich: Ja, ich weiß, deswegen bin ich hier.

Physio: (ungläubig) Und was machen Sie den ganzen Tag im Büro?

Ich: Ich bin Mathematiker.

Physio: (echtes Entsetzen) Mathematik?!? Da war ich immer ganz schlecht drin.

Ich: Ich weiß.

(Nein, das sage ich nicht wirklich.)

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Abnutzungserscheinungen

Der Zahn der Zeit, bzw. die Abriebskräfte in meiner Hosentasche haben über die letzten drei Jahre diesem Lego-Batman-Schlüsselanhänger ganz schön zugesetzt. Der Verfall begann mit der linken Hand, dann kam bzw ging der rechte Arm, und seit gestern sind ihm auch die Beine abhanden gekommen. Parallel zum Verlust der Gliedmaßen haben natürlich auch die Aufdrucke etwas an Lesbarkeit verloren.

Anders gelitten hat diese sehr alte Deutschland-in-Europa-Karte-als-Schreibtischunterlage: sie ist einfach nur von der Sonne ausgebleicht, und zwar so, dass Baden-Württemberg nicht mehr zu Deutschland zu gehören scheint. Dieser Effekt erscheint aber vor allem beim Betrachten mit dem bloßen Auge; die Handykamera dagegen bringst das ehemalige Gelb noch besser zum Vorschein.

Als drittes in dieser Reihe gehörte jetzt ein Bild meiner Bandscheibe… Aber lassen wir das Thema 😉

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Die Kosten der Sicherheit

Dieser Beitrag von Tanja im Norden hat mich doch nachdenklich gestimmt….

Da ist wohl ein Paradigmenwechsel nötig, wenn z.B. die Antibiotika-verseuchte Wurst vom in seinen Fäkalien liegenden Tumorschwein inklusive gemahlenem Knorpel, Nitrite, Phosphate, Natriumglutamat, Fett, Zucker, Salz etc…. (finde ich übrigens super lecker, auch wenn das hier nicht so klingt)…. für den Verzehr als geeignet gilt, das Anfassen dieser Wurst durch einen Menschen aber als schädlich eingestuft wird. So schädlich, dass da lieber eine Unmenge an Müll produziert wird.

Im ernst: Klimaschutz und überhaupt ein vernünftiges Miteinander werden wir nur erreichen, wenn wir manche Auswüchse unserer sicherheitsorientierten Gesellschaft wieder hinter uns lassen.

Dabei denke ich auch daran, dass selbst die sichersten Kinderspielplätze immer wieder kurzfristig umgebaut werden müssen, weil irgendwo in NRW mal wieder was passiert ist. So wurde beim Spielplatz vor unserer Haustür irgendwann die Rutsche abgebaut und erst ein halbes Jahr später durch eine neue (irgendwie sicherererere, weil irgendwo in NRW ein Kind mit dem Kopf stecken geblieben war) ersetzt, die Schaukeln wurden entfernt und umgebaut (weil irgendwo in NRW ein Überschlag geschafft wurde), und danach nochmal (weil irgendwo in NRW ein Finger ganz oben in der Aufhängung eingequetscht wurde). Ein hübscher Kopfsteinpflasterweg zu den Sitzbänken hin wurde entfernt und durch Holzschnitzel ersetzt. Schwangere Lehrerinnen dürfen keine Kinder unter 12 betreuen, wenn sie nicht einen gewissen Antikörper vorweisen können (weil es irgendwo in NRW durch eine Ansteckung zu einer Fehlgeburt kam, glaube ich)… Die Bänke in den Umkleiden der Turnhallen wurde abgebaut und durch neue ersetzt (weil irgendwo in NRW ein Kind am Kleidungshaken hing, schätze ich…), die aufgrund anderer Hakenkonfigurierung weniger gefährlich sein sollten, dafür hatten sie aber supergefährliche abgesägte Metallkanten (die nach Beschwerde eines Sportwarts gottseidank schnell überklebt wurden)!

Und so weiter. Alles tragische Fälle, natürlich, Ja, man kann sich die Finger einquetschen, wenn mal an der Schaukelaufhängung hochklettert. Ja, wenn große Kinder den Kopf in ein zu enges Loch oder hinter einen Kleidungshaken stecken, dann können schlimme Sachen passieren. Und ja, Ansteckungen passieren.

Aber immer die Frage: wieviel Risiko wollen wir uns leisten? Die derzeitige Antwort ist häufig: So Null wie es geht. Egal, was diese Minderung kostet. Dann müsste konsequenterweise jeder Spielplatz aus einer großen Gummifläche bestehen, und kein Mensch jemals aus beruflichen Gründen einen Gegenstand berühren müssen, den schon mal ein anderer Mensch berührt hat. Koste es, was es wolle. Aber Autos lassen wir weiterhin durch die Städte sausen, denn das ist wohl alternativlos.

Um zum Anfang zurückzukommen: Ich glaube, es wird ein paar Paradigmenwechsel geben müssen.

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Sicher…

… ist sicher! Rechtssicher, jedenfalls.

Ich finde Sicherheitsvorschriften, die einfach nur unpraktikabel sind und mit Sicherheit von niemanden durchgeführt werden – einfach nur unsinnig.

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