Die deutsche Sprache, the English et moi.

Das Thema „Sprache“ hat mich schon immer fasziniert. Dies gilt sowohl für die Besonderheiten von einzelnen Sprachen wie auch für das Verhältnis von Sprachen untereinander und das von Sprache und Denken zueinander. Da ich 10 Jahre meiner Kindheit in den USA verbracht habe, interessiert mich naturgemäß das Zusammenspiel von Deutsch und Englisch am ehesten. Viele Erinnerungen, aber auch Gedichte, Geschichten, Gesänge oder Sprüche habe ich auf Englisch gespeichert, meine heutige Denksprache ist jedoch die Deutsche, und somit begegnen sich diese beiden Sprachen immerzu in meinem Kopf. Dass ich ausserdem mit einer Französin verheiratet bin und mit meiner Schwiegerfamilie nur auf Französisch kommuniziere, macht die Sache noch etwas spannender…

Nun lese ich hauptsächlich Bücher – Bellestrik, jedenfalls – auf Englisch (sowohl amerikanisch wie britisch), und stets, wenn ich auf einen besonders wohlklingenden Ausdruck stoße, überlege ich schon automatisch, wie sich dieser auf deutsch anhören könnte. Die Übersetzungmaschine in meinem Kopf rattert los, und mein kritischer Geist ist mit dem Ergebnis eher selten zufrieden. Und erforsche ich die „offizielle“ Übersetzung, so stelle ich häufig fest, dass auch diese mich nicht glücklich macht. Ich habe das Gefühl, der deutsche Leser wird benachteiligt, ihm wird die Chance verwehrt, diesen schönen Ausdruck korrekt würdigen zu können, da sich der Übersetzer nicht ausreichend Mühe gemacht hat.

Quatsch? Vielleicht. Es sind natürlich zwei Sprachen, und es gibt keine eineindeutige Abbildung von der einen in die andere, die für jedes Wort nicht nur den vordergründigen Inhalt korrekt übersetzt, sondern auch die semantischen und phonetischen Assoziationen trifft. Und erst recht nicht, wenn wir nicht nur Worte, sondern eigentlich ganze Sätze und Absätze in diesem Sinne „korrekt“ wiedergeben wollen. Im übrigen kommt es hier natürlich auch darauf an, dass sich der Übersetzer nicht sehr viel mehr Gedanken um diese Inhalte macht, als der Autor es getan hat.

Aber wann ist die Übersetzung gut? Wir haben es hier mit einem Optimierungsproblem zu tun, und das Problem mit solchen Problemen ist, dass man in der Regel nicht weiss, ob es nicht irgendwo eine bessere Lösung gibt. Vielleicht sogar ein, die mit der jetzigen wenig gemein hat: sagen wir, wir haben eine Übersetzung einer Zeile gefunden, die die Bedeutung und den rollenden Sprachrhythmus des Originals sehr gut trifft, allerdings eine wichtige klangliche Assoziationen zerstört. Vielleicht gibt es eine andere Übersetzung, die völlig andere Worte verwendet und die gleichen Assoziationen wie das Original weckt, allerdings eher daherholpert. Ich sehe schon, ich muss Beispiele liefern… Eins habe ich glücklicherweise in petto, nämlich meine Übersetzungsversuche einer Strophe von Robert Frost („miles to go, before I sleep“). Das handele ich in einem zukünftigen Artikel dann ab 🙂

Und das war’s auch als Einleitung und für jetzt. Muss noch was lesen!

Advertisements

Über Pfeffermatz

... ist ein schokonalytischer Glühwurstematiker.
Dieser Beitrag wurde unter Sprache & Gedichte & Musik abgelegt und mit , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

3 Antworten zu Die deutsche Sprache, the English et moi.

  1. Pingback: Über’m Regenbogen | Pfeffermatz

  2. gnaddrig schreibt:

    Die Frage der Übersetzbarkeit ist sowieso eine spannende Sache. Bei Belletristik kann man da schnell an die Grenzen des Machbaren stoßen. Technische Texte sind da einfacher.

  3. Pingback: Metzger oder Tierarzt? « gnaddrig ad libitum

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s