Der Versuch eines Liebesgedichts…

… der dann doch etwas fehlschlug, oder? Beurteilt selbst.

Bevor einer auf die Idee kommt, die völlig unverschämte Frage zu stellen, warum denn ein erwachsener verheirateter Mann ein Liebesgedicht schreibt, gebe ich hier unaufgefordert die absolut romantikfreie Antwort: Ich veröffentliche schon mal Gedichte in ein Gedichteforum, dieser unterteilt sich in mehreren Unterforen. Bisher haben meine wenige Gedichte ihren Platz unter „Nachdenkliches“ gefunden, und ich wollte meinen Namen (naja, Pseudonym) auch mal woanders sehen (z.B. um ein paar mehr Hits zu kriegen, kennen wir doch alle ;)). Meine erster Fremdgehversuch Umorientierungsexperiment Vorstoß fand nun also im Unterforum „Liebe“ statt. Nach viel Grübeln kam ich auf Folgendes:

—————

Unterwegs phyrlibt
oder Liebe in Zeiten des Busfahrens

In deiner Nähe nur zu sitzen
überwindet Raum und Zeit:
wenn jeder Herzschlag einzeln zählt,
dann zählt man eine Ewigkeit.

Wenn Städte, die vorüberziehen,
in deiner Nähe konvergieren,
dann werden alle Wege klein,
bis auf den Weg von mir zu dir.

Wenn bleierne Synapsen blitzen,
fließen Bilder fix zu Brei… –
wer so sich in Gedanken quält,
dem sind Gedanken nicht mehr frei.

Die Welt geht vor dir in die Knie,
verbeuget sich um dich herum.
Sie kann nicht ohne dich mehr sein:
du bist ihr und mein Mittelpunkt.

—————

Ich finde es zwar als Gedicht nicht schlecht, wenn auch anstrengend zu lesen. Beim Rhythmus habe ich sehr pendantisch darauf geachtet, durchgängig betonte und unbetonte Silben abzuwechseln – als Dank dafür liest sich das Gedicht wie Maschinengewehrfeuer, was nur so mittelmäßig romantisch wirkt. Das Reimschema ist auch a bisserl ungewöhnlich: abcb defe agcg dhfh.

Das Hauptproblem ist aber, das die Romantik in dem Gedicht doch sehr wissenschaftlich daherkommt. Hmm, insofern auch passend zu meinen bisherigen Ausführungen… Ach, gefällt mir vielleicht doch ganz gut, mein Gedicht 🙂

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Über Pfeffermatz

... ist ein schokonalytischer Glühwurstematiker.
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2 Antworten zu Der Versuch eines Liebesgedichts…

  1. ullli23 schreibt:

    Insgesamt sehr schön, besonders „phyrlibt“ und die zweite Strophe. Bei der letzten Strophe scheint es jedoch etwas zu holpern…

  2. Pfeffermatz schreibt:

    Witzig: mir gefiel der Titel „phyrlibt“ im Nachhinein nicht mehr so, dafür mochte ich die letzte Strophe (naja, stimmt schon: beim „verbeuget“ verbiege ich die Sprache etwas ;))… Deswegen sind ja auch zweite Meinungen (und dritte und vierte) so wertvoll!

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