Du bist so… kombinationsstark.

Heute habe ich in einem Modekatalog ein schönes, für mich neues, Adjektiv entdeckt:

kombinationsstark

Großartig! Diese Wort mag für andere Menschen, also solche, die häufig und gerne durch Kataloge voller angezogener Models blättern, ein alter Hut sein; für mich eröffnen solche Neuentdeckungen neue Perspektiven und alte, aber immer wieder gern aktivierte, Endorphinschleusen.

Hätte ich dieses schöne Wort nicht in einem Katalog gefunden, sondern, sagen wir mal, auf dem Bürgersteig, so wäre ich vermutlich nicht mal darauf gekommen, dass es etwas mit Mode zu tun hat. Eher hätte ich an Boxen oder Schach oder Safes gedacht. Oder Sherlock Holmes oder Stochastik. Aber da stand es nun schwarz auf weiß vor mir, und in meiner Faszination beschloss ich, es zu untersuchen.

Als erstes stellte ich fest, dass es im Grunde genommen drei kombinationsstarke Farben gibt:

  1. hell,
  2. dunkel und
  3. dazwischen.

Nicht lachen – ich bilde mir was darauf ein, inzwischen gelernt zu haben, dass alle obige Begriffe in der Modewelt Farben darstellen können. Wahlweise auch Schnitte oder Größen, glaube ich. So wie „Übergang“ eine Jahreszeit darstellt, irgendwo zwischen dem einen Winter und dem nächsten.

Als nächstes habe ich mir überlegt, dass die Menge der kombinationsstarken Kleidungsstücke vermutlich abgeschlossen bezüglich dem Kombinieren sind, das bedeutet:

Theorem: Kombiniert man zwei kombinationsstarke Kleidungstücke (z.B. eine dunkle Hose mit einem hellen Hemd), so ist die daraus entstandene Kombination ebenfalls kombinationsstark (man kann also zu der obigen Hose-Hemd-Kombination ein beliebiges Sakko anziehen).

Beweis des Theorems (Beweis durch Widerspruch): Das obige Theorem wird gerne von logisch denkenden Menschen – z.B. Wissenschaftlern oder Ingenieuren – beim täglichen Anziehen verwendet. Würde das obige Theorem nicht zutreffen, so müsste es eine Unmenge unmodisch angezogener Physiker oder Maschinenbauer geben. Ich kann mich aber nicht erinnern, an der Uni sowas gesehen zu haben. q.e.d. (auf deutsch: basta)

Ein – kombinationsstarker (!) – Beweis, oder?

Als drittes wollte ich mir überlegen, welche Farben denn nun als kombinationsschwach anzusehen sind. Echtblau? Ochsenblut? Sommerwiese? Untergang (das Gegenstück zu Übergang)? Und siehe da…. die Endorphinwelle ebbte ab und ich entschied mich, ein Pils aus dem Keller zu holen und TV zu schauen. Auch gut 🙂

Ich kombiniere… – die Welt der Mode ist doch nicht die meine.

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Über Pfeffermatz

... ist ein schokonalytischer Glühwurstematiker.
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3 Antworten zu Du bist so… kombinationsstark.

  1. gnaddrig schreibt:

    Maschinenbauer und Mode?

    • Pfeffermatz schreibt:

      Klar, oder hast du was gegen riesige Schlüsselbunde und Holzfällerhemden?

      • gnaddrig schreibt:

        Nö, da habe ich nichts dagegen. Aber es ist, wenn man es senn Mode nennen will, eine etwas abseitige, vom Mainstream recht deutlich abgrenzbare Mode. Also nicht das, was gemeinhin verstanden wird, wenn das Stichwort Mode fällt 🙂

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