Ausgesucht!

Letzte Woche darlegte ich hier – nein…: hier – nee, immer noch nicht…, also legte ich hier drei Sachen dar, auf deren Suche ich aktiv war. Und was soll ich sagen, nach nur wenigen Tagen kann ich drei Mal Vollzug melden!

  1. Als erstes war ich auf der Suche nach dem aktuellen ZEITmagazin, was mir trotz gewissenhaften Kaufs der Druckausgabe der ZEIT nicht gelungen war. Ich schrieb also am Montag eine email an die ZEIT, und was soll ich sagen – am Donnerstag lag das Magazin sauber eingetütet in meinem Briefkasten.
    Es geht darin um die Beziehung zwischen Frankreich und Deutschland, und einen Abschnitt aus der Kolumne von Harald Martenstein möchte ich euch nicht vorenthalten:

    Hier meine Theorie über die deutsch-französischen Beziehungen. Das heutige Deutschland entspricht genau den Vorstellungen, die frankophile Deutsche […] sich von Frankreich machen.

    Genau mein Reden! Oft höre ich positiv-gemeinte Vorurteile über Frankreich, meistens dem guten Essen und der Lockerheit betreffend. Denen stimme ich so nicht zu.

    Ich glaube z.B., dass der verallgemeinerte Franzose das Essen zwar liebt, aber nicht in dem gourmethaften Sinn, an den wir Deutschen dabei denken. Stattdessen verschreibt er sich meiner Erfahrung nach eher dem Ritual des Essens (was übrigens auch einen großen Wert darstellt) als dem Essen selber. Echte Geschmacksfetischisten habe ich persönlich eher unter Südländern (Spanier, Italiener und Griechen und so) kennengelernt. Naja, dieser Punkt taugt wohl nicht als Untermauerung der Martenstein’schen These, denn als große Qualitätsesser tut sich das deutsche Volk derzeit auch nicht hervor. Aber diesem Punkt werde ich wohl noch mal einen eigenen Beitrag widmen müssen.

    Und auch mit der Lockerheit, dem berühmten lässigen laissez-faire, habe nicht nur ich Deutscher so meine Probleme, wenn sie in Bezug auf Sauberkeit und Städteplanung auftritt. Ansonsten nehme ich in der französischen Gesellschaft und Politik deutlich mehr Verkrampfung und Verbitterung als in der deutschen wahr. In Deutschland scheint es besser zu gelingen, Lockerheit und Strenge jeweils sinnvoll anzuwenden.

  2. Als zweites suchte ich ein Lied, welches ich auf dem Internet-Sende BellyUp4Blues gehört hatte. Hier reichte ein Posting auf der Seite des Senders, um folgenden Song aufzutun:[youtube http://youtu.be/WGT4b0jv8Ds]
  3. Und schließlich war ich noch auf der Suche nach einem Buch, den ich dereinst in einer Institutsbibliothek fand, ohne Kenntnis von Autor oder Titel. Hier hatte ich wenig Hoffnung auf schnellen Erfolg, doch tatsächlich und für mich völlig überraschend wurde mir das Ziel dieser Suche noch schneller als die der anderen aufgezeigt: keine 24 Stunden nach meinem Posting erhielt ich Antwort von franhunne4u vom Blog inhannover (die Stadt, wo ich damals über das Buch gestolpert bin!), der mir mitteilte, dass das gesuchte Buch dieses (auf englisch: Mathematical Cranks) von Underwood Dudley sei. Nach dem ich den Titel kannte, stellte ich fest, dass das Buch gar nicht so obskur war wie ich dachte. Ich habe es bestellt, allerdings ist es noch nicht angekommen. Was ich noch nicht in Erfahrung bringen konnte, ist was bei Underwood Dudley Vor- und was Nachnamen ist.
    Dafür aber habe ich mir eine anderes Buch vom gleichen Autor, nämlich Die Macht der Zahl aus der hiesigen städtischen Bibliothek ausgeliehen. Hier befasst sich Dudley oder Underwood oder wie immer auf ironischer und doch sehr informativer Weise mit der Numerologie und den Numerologen, die er wie folgt beschreibt:

    Sie nehmen mystische Eigenschaften der Zahlen – die Zwei sei kalt und feucht -, und ordnen diese Dingen oder Personen zu. Falls Ihre Zahl zum Beispiel die Zwei ist, dann sind Sie kalt und feucht, ob Sie es nun wissen oder nicht.

    Überhaupt schreibt er sehr unterhaltsam, z.B. wenn er nach einem Blick auf eine von den Pythagoräern aufgestellte Liste negativer Begriffe sagt:

    Wir halten mehr von Bewegung, Vielfachheit oder Unbegrenztheit [als es die Pythagoräer taten], und auch das Rechteck hat an Ansehen gewonnen.

    oder

    Auch sie [die Zahlenmystik] wäre wahrscheinlich ohne ihn [Pythagoras] entstanden; trotzdem sollte er sich dafür schämen.

    Und das ist erst das erste Kapitel… Ach, herrlich! Übrigens begründet er den zweideutigen Titel damit, dass er hofft, dass es aus Versehen in den New-Age-Regalen von Antiquariaten landen wird, um so den Leuten in die Hände zu fallen, die etwas anderes erwarten.

    Der Schock über den Inhalt wird heilsam sein.

    Was soll ich sagen: Ich habe das Buch in der Stadtbücherei gezielt gesucht (per OPAC) und gefunden, und zwar in genau einem solchen Regal, zusammen mit ernst gemeinten Tarot- und Nostradamus-Schinken! Absicht oder Unwissen?

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Über Pfeffermatz

... ist ein schokonalytischer Glühwurstematiker.
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Eine Antwort zu Ausgesucht!

  1. franhunne4u schreibt:

    Ja, ja, Hannover, die kleine beschauliche Provinzstadt an der Leine …

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