Glückliches Gemüse

Folgendes Zitat aus dem (mittelmäßigen) Buch Die Mathematik und das Göttliche von Clifford Pickover wollte ich mal mit Euch teilen:

Zur Zeit des Pythagoras waren die meisten Philosophen davon überzeugt, dass nur Männer glücklich sein konnten. Pythagoras hingegen glaubte auch an das Glück der Pflanzen, Tiere und Frauen.

Das finde ich aber nett vom ollen Zahlenmystiker, und so fortschrittlich! Aber bei den Zahlen hörte der Spaß wieder auf: weibliche Zahlen, das waren die geraden, waren bei ihm böse; die männlichen, ungeraden waren dagegen natürlich gut. Zahlen über zehn allerdings – ob gerade oder ungerade – waren ihm eher suspekt, da sie zu weit weg von den „Gottheiten“ Eins und Zwei waren (die wiederum die „erste Zahl“ Drei, welches angeblich hermaphroditisch (!) und somit weder gerade noch ungerade war, geschaffen haben sollen) und damit näher an dem bösen Dämon „Unendlich“ residierten. Für die Zahl 216 machte er allerdings eine Ausnahme – die war geradezu super-mystisch-zyklisch und somit ein ganz feiner Kerl, ääh, eine duftes Weib.

Hermaphroditische Urschleimbohnen

Er war übrigens nicht nur ein Freund aller Lebewesen im Allgemeinen, sondern auch ganz speziell eine Freund der Bohnen, die seiner Meinung nach aus demselben Urschleim entstanden waren wie der Mensch, und somit genauso wenig wie Tieren gegessen werden durften. Dreiecke mochte er bekanntlich auch, insbesondere rechtwinklige. Bei Außerirdischen verhielt es sich anders: je weiter weg sie von der Erde lebten, für umso vollkommener hielt er sie; die dunkelsten Sternewesen hießen Astraios und mussten mit „chtonischen“ Kräften besänftigt werden. Was es im alten Griechenland wohl zu rauchen gab?

Doch zurück zum obigen Zitat, das mich doch ins Grübeln bringt… Als Freizeit-Statistiker möchte ich euch bitten, folgende Umfrage auszufüllen:

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Über Pfeffermatz

... ist ein schokonalytischer Glühwurstematiker.
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16 Antworten zu Glückliches Gemüse

  1. Nesselsetzer schreibt:

    Nun ja, ich habe mal die glückliche Pflanze angeklickt, eigentlich wäre „eine fleischfressende glückliche Pflanze“, oder besser noch „ein fleischfressendes glückliches männliches Tier“ richtiger gewesen, aber man kann ja nicht alles haben….

    • Pfeffermatz schreibt:

      Hauptsache glücklich, liebe Nessel! Aber als Fleischfresser steht es um deine Reinkarnation (216 Jahre nach deiner letzten Geburt) gaaanz übel.
      Macht nichts, dann sind wir schon zu zweit!

  2. franhunne4u schreibt:

    Mach draus drei – ich bin auch ein Omnivor.

  3. gnaddrig schreibt:

    Ich habe mal „Sonstiges“ angeklickt. Ich kann gar nicht sagen, ob ich glücklich bin oder nicht, das wechselt gelegentlich. Mann bin ich schon, im weitesten Sinn natürlich auch Tier.

    Witzig finde ich das mit der von den Gottheiten Eins und Zwei gezeugten hermaphroditischen Drei, die ungut nahe am Dämon Unendlich residiert. Das Kraut damals muss sehr potent gewesen sein…

    Apropos Zahlen: Wenn Pi unendlich viele Nachkommastellen hat, müssten dann nicht auch sämtliche Primzahlen irgendwo in den Nachkommastellen stecken? Lässt sich das beweisen oder widerlegen, oder müsste man manuell suchen? Bin ich froh, dass ich kein Mathematiker bin 😉

    • Nesselsetzer schreibt:

      Apropos potentes Kraut:
      Das Geschwaf … äh die tiefsinnigen Ausführungen lesen sich genauso wie Rudolf Steiners Anthropopoposophie. Insofern scheint es immer das gleiche deftige Kraut zu sein…

      • gnaddrig schreibt:

        Steiner, das ist es. An irgendwen hatte ich mich erinnert gefühlt, war aber nicht drauf gekommen. Stimmt, der hat genauso schlüssig und luzide gedacht.

      • Pfeffermatz schreibt:

        Moment, wollt Ihr damit sagen, dass die Pythagoräische Schule die erste Waldorfschule war? Hier wird die Wissenschaftsgeschichte neu aufgerollt!

    • Pfeffermatz schreibt:

      Du denkst aber wie ein Mathematiker. Und das ehrt dich (aus Sicht eines Mathematikers, andere würden dich natürlich für einen Spinner halten)! Die Frage, ob sich jede Primzahl irgendwo in den Nachkommastellen von Pi wiederfindet, ist vermutlich äquivalent zu der Frage, ob sich jede beliebige endliche Zahlenfolge irgendwo in den Nachkommastellen findet – denn es wäre wirklich erstaunlich, wenn die Eigenschaft „prim“ in diesem Zusammenhang von Bedeutung wäre. Und diese Frage ist tatsächlich wohl erforscht.
      Die oben beschriebene Eigenschaft bei reellen Zahlen heißt „normal“. Ist Pi normal? Die Antwort: Man weiß es nicht! Aber man vermutet, dass ja. Siehe hierzu folgenden interessanten Artikel mit hübschen Bildern und netten Links:

      http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/mathematik-ist-die-kreiszahl-pi-normal-a-895876.html

      Und es wird noch besser: nicht nur, das George „Sulu“ Takei irgendwie in die Geschichte mit rein spielt, es gibt sogar die bewiesenerweise „normale“ Copeland-Erdős-Zahl, die entsteht, indem man eine 0 und dann als Nachkommastellen alle Primzahlen hintereinander auflistet! Ich beantrage, diese Zahl in Gnaddrig-Zahl umzubennen 🙂

      • gnaddrig schreibt:

        Zuviel der Ehre. Obwohl, Gnaddrig-Zahl macht natürlich was her. Hat die eigentlich irgendeine praktische Anwendung, oder ist das so eine Spielerei? Ob Prim von Bedeutung ist, war mir übrigens egal, ich habe die Primzahlen nur als opportunen Vorrat an komplizierten Zahlenfolgen genommen 🙂

      • Pfeffermatz schreibt:

        Spielerei, hoffe ich. „Anwendung“ ist bäh 😉
        Eigentlich stellt sich die Frage nicht, es ist die Neugier, die Entdeckungen voran treibt. Und der Drang zur Kreativität. Ob dabei was „nützliches“ bei rauskommt, sollte im Moment der Entdeckung nicht wichtig sein.

      • gnaddrig schreibt:

        Ok, das kann ich gut nachvollziehen, davon bin ich, hüstel, auch nicht ganz frei. Ich hatte Spielerei auch nicht negativ gemeint. Aber bei allem Spieltrieb interessiert es mich meistens doch, ob man damit am Ende irgendwas anfangen kann. Etwa ein Muster für irgendwas entwerfen, das auf so einer Zahlenfolge beruht oder so…

      • Pfeffermatz schreibt:

        Hierbeschäftigt sich einer lang und breit auf Englisch mit der Zahl. Ich bin nur kurz drüber geflogen (schaue nebenher TV), aber was ich verstanden habe: da die Copeland-Erdös-Zahl aus aufeinanderfolgenden Primzahlen besteht und normal ist, heißt dass, dass jede denkbare Zahl (und somit jede Information) durch eine Teilmenge aufeinanderfolgender Primzahlen darstellbar ist. Ist doch cool, oder?
        Aber gut, eine richtig praktische Anwendung ist das auch nicht 😉

      • gnaddrig schreibt:

        Toller Artikel. Die Formeln habe ich mal geglaubt, da habe ich nicht hinterhergedacht. Aber was er dann rausgefunden hat ist wirklich cool. Die Copeland-Erdős-ZahlGnaddrig-Zahl ist eine klasse Erfindung, danke für’s Bekanntmachen 🙂

      • gnaddrig schreibt:

        Und nochmal zum Thema starkes Kraut: Was hat der Autor denn geraucht? Der Artikel „Why I Am Not A Chemist“ klingt wie der Typ von xkcd auf Red Bull. Gut, dass er kein Chemiker ist…

      • Pfeffermatz schreibt:

        Es klingt danach, als würde er sein Kraut selber herstellen.

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