Und es begab sich zu der Zeit im Hause des Pfeffermatz…

Passend zu Weihnachten hat meine Frau sich vorgenommen, ein Kind zu gebären. In Ermangelung eines Besuchs vom Engel des Herrn hat sie sich auch schon beim Arzt erkundigt, wann dies möglich sei, und hat als Antwort „jederzeit“ erhalten. Folglich rechnen wir jederzeit mit Nachwuchs.

Verlassen wir das Haus, so nehmen wir nun stets eine Tasche mit den Notwendigen mit: Kleidung und Toilettenartikel für’s Krankenhaus, Babyklamotten, Windeln. Ich sehe uns auch schon einen Bollerwagen zulegen, damit wir auch Maxi-Cosy, Heizstrahler und Windeleimer unterkriegen.

Als erfahrene Eltern wissen wir, dass vor einer Geburt drei Fragen vorrangig zu klären sind: Wo soll das Kind wohnen? Wie soll das Kind heißen? Welcher Kindergarten bietet meinem Nachwuchs schon ab einem Alter von sechs Wochen die musikalische, naturwissenschaftliche und philosophisch-moralische Förderung in dem schlüssigen pädagogischen und ökologischen Rahmen, die es verdient?

Aufgrund der schwierigen Wohnungssituation in der Stundentenstadt Aachen war die Frage des Wohnsitzes schnell geklärt: es wird wohl fürs erste bei uns bleiben. Zu diesem Zwecke soll demnächst zwischen Treppenaufgang und Schornstein eine 0,5 m² große Luxussuite enstehen, die keine Kinderwünsche offen lassen soll.

Betreffend Frage Numero Zwei habe ich vorgeschlagen, dass meine Frau das Geschlecht und ich den geeigneten Vornamen aussuchen solle. Nach langem Hin und Her entschied sich meine Frau für einen Jungen; entschlussfreudig wie immer schlug ich dazu den Namen Kevin-Conan vor. Es zeugt von meiner bewundernswerten Integrität, dass ich mich von dieser einmal getroffenen Entscheidung keinen Deut abbringen lasse, aller Scheidungsdrohungen zum Trotz.

Naja, einen Deut schon: ich versprach, für den Fall einer Niederkunft am 24. Dezember auf den passenderen Namen Kevin-Jesus zu wechseln (was irgendwie auch nicht recht war). Das ergab auf jeden Fall einen spannenderen Heiligabend als sonst: „Noch zweieinhalb Stunden für Kevin-Jesus, spürst du schon Wehen?“ – „NEIN!“ – „JEsus! JEsus! JEsus!“ – „Er kommt heute NICHT!“

Naja, also Conan. Und schlussendlich mussten wir zur Frage der Kindergartens feststellen, dass im Raum Aachen noch keine passende Institution mit dem erforderlichen pädagogischen Konzept existiert. Dafür möchte ich an dieser Stelle – einer guten weihnachtlichen Tradition folgend – die Islamisierung des Abendlandes verantwortlich machen. Somit wird es nur gerecht sein, wenn ich unseren bosnischen Nachbarn (die vermutlich Moslems sind) die Erziehung unseres kleinen Kevin-Conan übertrage.

Ich stelle denen dann schon mal unser Bollerwagen vor der Haustür. Frohe Weihnachten!

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Über Pfeffermatz

... ist ein schokonalytischer Glühwurstematiker.
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5 Antworten zu Und es begab sich zu der Zeit im Hause des Pfeffermatz…

  1. sweetkoffie schreibt:

    Fröhliches Niederkommen 😊

  2. Pfeffermatz schreibt:

    Et kütt wie et kütt, und sei es da nieder.

  3. gnaddrig schreibt:

    Habt Ihr wenigstens schon einen Studienplatz für den Jungen? Als zweiten Vornamen schlage ich entweder Marlon oder Elwin vor.

    Wünsche Euch, dass alles gut geht, möglichst keine Bollerwagengeburt!

    • Pfeffermatz schreibt:

      Marlon kennt man ja vom Brando. Und Elwin? Ist das ein Vorname aus dem Heavy-Metal-Zirkus?

      Ich bin ja schon froh, dass der Kleene nicht in Belgien auf der stark schlagbelöcherten Autobahn (bei Orkanböen und Schneewehen und Nebel) zur wallonischen Welt gekommen ist.

      • gnaddrig schreibt:

        Ja, auf so einer Schlaglochpiste bei Kälte wäre kein Vergnügen gewesen. Woher mir Elwin in den Sinn gekommen ist, weiß ich gar nicht. Vielleicht ein kognitiver Aussetzer. Aber ich finde, es klingt gar nicht so schlecht. Ok, passt nicht zu Kevin. Stattdessen Reginald? Reginald Elwin Pfeffermatz…

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