Kinderarbeit für Alle!

Bei uns im Haus müssen auch die Kinder mithelfen. Diese pädagogische Selbstverständlichkeit hatten wir etwas spät eingeführt, trotzdem klappte es reibungslos. Irgendwann sagten wir den Kindern, sie könnten ihr Geschirr und Besteck wohl selber wegräumen, und sie machten anstandslos mit. Auch das Einfordern sonstiger Mitarbeit im Haushalt (Wohnzimmer staubsaugen, Geschirr abtrocknen, Wäsche aufhängen, bei Reparaturarbeiten zur Hand gehen) geht erstaunlich reibungslos vonstatten. Nur das Aufräumen des eigenen Zimmers zeitigt – wie bei so vielen Kindern – Toben, Trotz und Tränen. Vermutlich ist es weniger die Arbeit als mehr der gefühlte Eingriff in ihre Privatsphäre, der hier auf so viel Widerstand stößt.

Neuerdings haben unsere Kinder auch feste Aufgaben, und zwar alle Kinder. Die Größte soll am Abend den Frühstückstisch für den nächsten Morgen decken und bei Bedarf Wasserflaschen aus dem Keller holen. Ihr etwas jüngerer Bruder soll sich um das Leeren der Mülleimer und das Füttern der Fische kümmern. Aber noch ist das alles Theorie: diese festen Aufgaben haben wir erst vor wenigen Tagen eingeführt, und ich glaube, die müssen erst mal sacken (und ernst genommen werden).

Der einzige, der seit vier Wochen eine feste Aufgabe im Haushalt nachgeht, ist unser fünf Wochen alter Nachzügler. Natürlich braucht es eine besondere Aufgabe für einen Säugling, und diese ergab sich schon wenigen Tagen nach seiner (und Mamas) Entlassung aus dem Krankenhaus fast von alleine, und zwar durch unsere gemeinsame späte Zubettgeh-Zeit: Er hat die ehrenvolle Aufgabe, abends die Kaninchen in ihr Stall zu bringen.

Diese Tätigkeit habe ich durchaus neugeborenengerecht gestaltet: Ich trage ihn raus in den Garten und gehe mit ihm auf die Kaninchen zu, die schleunigst in ihr Stall verschwinden. Nun ist es so, dass die Karnickel immer vor mir Reißaus nehmen, egal, ob ich gerade ein Baby in den Händen halte oder nicht. Und klar ist auch, dass mein Kleinster bei dieser Aufgabe nicht wirklich die Initiative greift; seien wir mal ehrlich: er weiß nicht mal, was er da tut, und vermutlich kann er ein Kaninchen nicht von einer Klobürste unterschieden.

Aber alle helfen mit, und auch das ist Familie 🙂

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Über Pfeffermatz

... ist ein schokonalytischer Glühwurstematiker.
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