Artistes Français

In Frankreich gibt es im CD-Regal zwei Unterteilungen:

artistes français: französische Künstler, von denen man außerhalb Frankreichs noch nie gehört hat.

artistes internationaux:  französische Künstler, die auch außerhalb Frankreichs bekannt sind. Und Madonna.

Tatsächlich ist die französische Musik-Szene deutlich heimatsprachlicher orientiert als die deutsche, was man auch am Anteil französisch-sprachiger Lieder im Radio festmachen kann. Vielleicht liegt dies an der Wertschätzung und nicht zuletzt an der hohen Qualität der inländischen Musik. Nicht umsonst hat das Fête de la Musique in Frankreich seine Wurzeln und wird entsprechend groß gefeiert.

Das Beispiel Niederlande zeigt aber, dass vielleicht doch nicht die Qualität ausschlaggebend ist: Auf holländischen Sendern ist der Anteil halskranker Songs deutlich über 50%, und meine Campingplatz-Erfahrungen bestätigen, dass diese  Musik auch bei den Jugendlichen sehr beliebt ist – und ehrlich, qualitativ hochwertig  ist das schlagerhafte Gedudele ganz sicher nicht!

Also doch der Nationalstolz…

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Über Pfeffermatz

... ist ein schokonalytischer Glühwurstematiker.
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18 Antworten zu Artistes Français

  1. franhunne4u schreibt:

    In Frankreich frage ich mich, ob es da nicht auch ein Gesetz gibt, dass zu mindestens 50 % oder so einheimischer Musik verpflichtet.

  2. Pfeffermatz schreibt:

    Hihi 🙂 Tatsächlich gibt es eine Unmenge an französischsprachigen Künstlern, die auch in Deutschland bekannt sind. Umgekehrt hält sich das doch sehr in Grenzen (und holländische Musik ist noch erfolgloser, die schafft es nicht mal über die Grenze nach Schland, wie peinlich!).

  3. gnaddrig schreibt:

    Also, in Russland gibt es im Radio auch viel mehr russischsprachige Musik als deutschsprachige in Deutschland. Das war zu Sowjetzeiten so, wo man natürlich alles Westliche aus Prinzip ablehnte (oder wenigstens so tun musste, um keinen Ärger zu kriegen). Seit Gorbatschow gibt es zwar auch ausländische Tonträger zu kaufen und werden westliche Stücke im Radio gespielt, aber letzteres eher so am Rande. Und mittlerweile scheint es dort starke nationalchauvinistische Tendenzen zu geben, wo viele den westlichen Dreck nicht mehr hören mögen.

    Man muss aber dazusagen, dass es dort auch eine Menge hochklassige Musik gibt, in allen möglichen Stilrichtungen, längst nicht nur seichtes Geschlagere und selbstverliebtes Gespreize.

    • gnaddrig schreibt:

      Das gehört hierher, weil einer der berühmtesten russischen Liedermacher, Wladimir Wyssozki, war eine Weile lang mit einer französischen Schauspielerin verheiratet…

      • Pfeffermatz schreibt:

        Du brauchst keine Begründung, um hier kommentieren zu dürfen! Aber falls du erreichen wolltest, dass ich den alten Wladi jutube, so hattest du Erfolg. Er hat ja eine geile Gröllstimme, und die Musik klingt tatsächlich sehr chansonmäßig.

      • gnaddrig schreibt:

        War auch nicht als Rechtfertigung gemeint. Aber diese schöne Verknüpfung zwischen Frankreich und Russland wollte ich Dir nicht vorenthalten. Und klar, Wyssozki bei der Gelegenheit noch unterbringen zu können war natürlich eine schöne Nebenwirkung. Der Mann war genial, und wenn man versucht, seine Lieder nachzuspielen, merkt man, dass da oft mehr Musik drinsteckt als man beim ersten Hören denken würde.

        Der hat in seinen Liedern mehrere Rollen gespielt und viele Texte aus dem Blickwinkel dieser Personen geschrieben. Oft so realistisch, dass sien Publikum dachte, er wäre wirklich so. Mal sehen, vielleicht schreibe ich zu dem mal was…

      • Pfeffermatz schreibt:

        Spielst du Gitarre? Dann freue ich mich auf den Artikel wie auch auf die dazugehörige Aufnahme eines in deutsch übersetzten Songs 🙂

      • gnaddrig schreibt:

        Also, auf ein singbar übersetztes Lied würde ich an Deiner Stelle nicht warten. Der Artikel könnte aber irgendwann kommen.

      • Pfeffermatz schreibt:

        Ich warte eigentlich auf die GnaddrigGitarrenGesangsGesamtGunstwerk!

    • Pfeffermatz schreibt:

      Und davon kommt offenbar nichts zu uns rüber. Schade – da scheint der cultural gap einfach zu groß zu sein. Man könnte ja vermuten, dass sich in unserem globalen Dorf wirklich gute Musik auch global durchsetzt, aber Radio-Einschalten reicht, um das Gegenteil zu beweisen.

  4. gnaddrig schreibt:

    Stimmt, Radioprogramm und Musikgeschmack bleiben doch eher regional geprägt. Andererseits kann man per Internetradio jederzeit in Russland oder Südafrika oder sonstwo reinhören. Das war noch vor zwanzig Jahren nur mit besonderen Radioapparaten möglich, und das auch nur begrenzt. In anderer Länder Radioprogrammen gibt es aber manches Hörenswerte zu entdecken!

  5. einjohannes schreibt:

    Ausser uns feiert halt keine Kultur so sehr simpel gestrickte Musik, wie Schlager (das Interview mit Noel Gallagher gelesen, wo er sich Helene Fischer anhört?)…
    Und wenn bei uns gute Musik, die nicht direkt Mainstream (=leichte Kost, einfache und mitgrölbare Texte) ist nicht erfolgreich ist, exportiert die sich natürlich auch nicht einfach.
    Und zuletzt hat jedes Land so Nationalmusiker, die wo anders nicht ankommen. Bei uns die Ärzte zB, aus Frankreich Indochine (ganz aussergewöhnlich gute Pop-Band finde ich 🙂 )

    PS: Jap, eigentlich wollte ich nur Indochine hier unterbringen, wenn wir schon Werbung für in D unbekannte Künstler machen 😛

    • Pfeffermatz schreibt:

      Werbung für Bands ist okay, läuft schließlich unter musikalische Weiterbildung! (auch wenn meine Frau – ihres Zeichens Französin – meint, Indochine wäre „ganz nett“).

  6. BOWMORE Darkest schreibt:

    Unsere französischen Freunde sind deutlich nationalistischer geprägt. Das könnte am speziellen Flair der Chansons liegen.
    Und das, was im Radio gespielt wird, liegt in den Musikhandlungen zum Kaufen bereit.

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