Nichts für Kamele

Meine Schwester flitterwochte kürzlich in einem aufregend exotischen Weitweitweg-Land. Liebenswürdigerweise ging auch ich dabei nicht leer aus, denn sie brachte mir mehr als bloß einen neuen Schwager und eine weitere Meerkatze für meinen illegalen Affenhandel mit, nämlich dies:

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Hierbei handelt es sich um eine Tafel dunkler Milchschokolade … mit Kamelmilch.
Die Schoko ist hochwertig und schmeckt ziemlich lecker, und bei 70% Schoko-Anteil ist wahrscheinlich so wenig Milch drin, dass ich auch bei Rattenmilch keinen Unterschied zu Kuhsaft schmecken würde. Und trotzdem habe ich meine Schwierigkeiten damit, die Schokolade herunter zu kriegen. Warum?
Weil ich mich seit frühester Kindheit vor Milch ekel. So isses.
Dabei kann ich keine Allergie oder auch nur Unverträglichkeit vorweisen, tatsächlich mag ich vor allem die Vorstellung von Milch nicht.
Seit frühester Kindheit trink ich nicht nur keine Milch, ich mag auch (fast) nichts essen oder trinken, was mich zu sehr an Milch erinnert. So mag ich fast kein Käse, Joghurt überhaupt nicht, und Quark ist mein Erzfeind. Ich liebe Schokoladeneis, Vanille dagegen widert mich rein farblich an. Früher aß ich auch keine Mayonnaise, da habe ich mich aber überwunden, als ich im zarten Alter von 24 erfuhr, dass der weisse Schleim gar keine Milch enthielt. Remoulade dagegen – obwohl im Grunde auch nur Mayo – wird mir wohl ewig suspekt sein. Butter dagegen mag ich sehr (Margarine aber gar nicht), was nur beweist that it’s all in the head.
Und deswegen das Problemchen mit der leckeren Schokolade aus dem Orient: meine Aufmerksamkeit wird zwangsläufig auf die fremde Zutat “Kamelmilch“ gelenkt, und damit auf die Milch an sich. Übrigens esse ich gerne milchreiche Schokolade, selbst die, die mit der Extraportion wirbt und große weisse Bestandteile hat. Und selbst die, die die (drei “die“s!) Milch im Namen trägt und mit einer aubergine-farbenen Milcherzeugerin markiert, esse ich gerne. Sogar am liebsten, um ehrlich zu sein.
Übrigens erhielt ich gleich zwei Tafeln aus dem Sortiment. Die zweite war gar mit ganz viel Kamelmilch, dafür aber auch mit Macademia-Nüssen und Orangen, so dass hier vor lauter Süße das kamelige nicht durchdringen konnte.
Aber vielleicht ist es doch das Kamel, woran ich mich stoße. Geradezu unanständig, diese Hocker.
Vielleicht wäre hier Meerkatzenmilch besser gewesen.

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Über Pfeffermatz

... ist ein schokonalytischer Glühwurstematiker.
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8 Antworten zu Nichts für Kamele

  1. franhunne4u schreibt:

    Da kann man machen nix, wenn das im Kopf einmal drin ist, muss man schon in Therapie gehen, um es rauszubekommen. Und da muss man sich dann wieder fragen, lohnt es? Belastet dich, Milch nicht zu mögen in all ihren Formen? Ich liebe Käse, Quark (mmm – Käsekuchen), Milch hilft mir gegen Sodbrennen und hilft mir auch, schwarzen Tee ohne Zucker zu trinken. Aber wenn DU gut ohne Milchprodukte durch die Welt gehen kannst, warum solltest du das dann in deinem Kopf dann ändern? Es gibt ja keinen Zwang etwas zu mögen.
    Ich z.B. mag keine Spinnen. Ja, sie sind nützlich. Ja, sie sind sicher auch Wunderwerke der Natur. Ja, sie sind auf ihre Art wunderschön. Mich gruselt es. Geht das soweit, dass ich mein Leben dadurch einschränken lasse? Nein. Sonst müsste ich in Therapie. Solang die einzigen, die wirklich unter meiner Spinnenphobie leiden, die Spinne sind, kann ich damit leben.

    • Pfeffermatz schreibt:

      Mit Spinnen habe ich überhaupt keine Probleme – ich muss sie aber (wegen meiner Frau) trotzdem aus dem Haus entfernen… Und nee, ich komme sehr gut damit zurecht, ohne Quark durchs Leben zu gehen!

      • franhunne4u schreibt:

        Dann ist die Milch-Aversion auch unproblematisch.

      • Pfeffermatz schreibt:

        Das stimmt. Trotzdem würde ich mich für eine Therapie im Rahmen einer von Müller Milch finanzierten Studie hergeben. Rein aus wissenschaftlicher Neugier. Oder besser noch an einem Experiment: Wie viel Geld muss man mir bieten, damit ich ein Glas Milch trinke… bei 0,2 Liter kostet meine Aversion schätzungsweise einen mittelgroßen fünfstelligen Betrag.

      • franhunne4u schreibt:

        Kommt das nicht darauf an, wie durstig du bist oder hungrig? Wenn alles, was du dagegen tun kannst, ein Glas Milch ist … andererseits, wenn es wieder raus kommt, ist dir auch nicht geholfen.

  2. Charis schreibt:

    Sieht lecker aus … 😀
    Setze Dein Einverständnis voraus und werde Deine Schoko mal verlinken
    zu meinem Beitrag „Schoko Stöckchen“ 😉

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