Schon wieder Gedanken.

Erstens: Im letzten Artikel merkte ich an, dass wir zunehmend werden lernen müssen, unsere europäischen Werte zu verteidigen. Ich hatte eigentlich nicht gehofft, dass die Verteidigung der Werte (durch gesellschaftlichen Wandel, aber auch verstärkter strafrechtlicher Verfolgung menschenfeindlicher Tatbestände) mit der bewaffneten Verteidigung Europas zusammenfällt. Seit Freitag scheint auch diese Entwicklung möglich.
Das Austarieren der Werte Freiheit und Sicherheit ist ein andauernder Prozess, der angesichts der aktuellen Bedrohungslagenicht derzeit etwas rascher ablaufen wird als sonst. Ich glaube aber, dass unsere Demokratie ausreichend stabil ist, um ein zeitweiliges Schwingen des Pendels mehr Richtung “Sicherheit“ zu ertragen, ohne dass wir gleich befürchten müssen, zu einer Diktatur zu werden.
Ich glaube, dass auch wir mächtige Waffen besitzen, die aber weniger militärischer als viel mehr technischer Natur sind, und dass wir uns trauen dürfen, sie anzuwenden.
Ja, ich rede auch von Überwachung-Maßnahmen. Man kann es kaum vorsichtig genug formulieren, und trotzdem springen irgendwelche iim Dreieck, aber: Wo vorbeugende Massnahmen wirklich sinnvoll und gewinnbringend eingesetzt werden können – und nur da – sollten sie es auch.

Zweitens: Gestern sind um die 130 Menschen mitten in einer europäischen Großstadt Opfer eines sinnlosen Glaubenskriegs geworden, den irgendwelche dummen Arschlöcher meinem führen zu müssen. Somit haben wir Europäer nun den Hauch einer Idee einer Ahnung, wie es sich anfühlt, in Syrien zu leben, wo solche Vorkommnisse Alltag sind, wo mancherorts kaum noch ein Stein auf den anderen steht, wo in den letzten Jahren ca. 250.000 Menschen Opfer eines sinnlosen Krieges geworden sind.
Somit kann unser Mitgefühl für Menschen, die vor derartigem Leid fliehen, nur größer werden. Dachte ich wenigstens…
Dass stattdessen irgendwelche als Politiker getarnten hässlichen Arschlöcher die Gelegenheit nutzen, um Flüchtlinge vermehrt abweisen zu wollen, läßt mich in sprachloser Wut zurück.
Selbst ein stupides Söderschwein kann nicht wirklich glauben, dass man damit auch nur ein einziges Attentat verhindert. Zynisches menschenverachtendes Arschloch.

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Über Pfeffermatz

... ist ein schokonalytischer Glühwurstematiker.
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Eine Antwort zu Schon wieder Gedanken.

  1. Charis schreibt:

    Deine Gedanken decken sich größtenteils mit meinen, stelle ich wieder fest.
    Allerdings war für mich zu erwarten, daß besonders der rechte Teil der Politiker sofort die Gelegenheit ergreift, um alle Flüchtlinge unterschiedslos unter Generalverdacht des Terrorismus zu stellen … 😦
    Das {häufig vorhandene} Misstrauen der Bevölkerung noch zu schüren, ist wirklich keine politische Qualität, sondern eine Finte, um Wählersympathien zu erschleichen. Wirklich voranbringen können uns nur konstruktive Vorschläge, die aber leider auch beim G20 Gipfel in Antalya nicht gemacht werden.
    So bleibt die unterschwellige Angst beim ‚Normalbürger‘, der nur in Klischees denkt und es auch ablehnt, mit Flüchtingen zu reden oder sich wenigstens sachlich zu informieren … :/

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