Lieder eines Lebens

Es gibt ja so Songs, die einem das Leben durch begleiten. Irgendwo, irgendwann schnappt das Trommelfell einen Gesangsfetzen auf, den das mediale Temporallappensystem nie wieder hergibt. Die für mich lebensbestimmendsten möchte ich hier mal vorstellen.

The Chiquita-Banana-Song

Es ist keine Übertreibung, wenn ich sage, das kein Lied mein Verhältnis zu Obst so sehr bestimmt hat wie dieses. Ich begegne gerade Bananen mit einem außerordentlichen Maß an Respekt und habe wenig Achtung gegenüber Menschen, die achtlos Bananenschalen wegwerfen, und das nicht nur wegen der damit verbundenen und cineastisch hinreich dokumentierten Gefahr des Ausrutschens. Und noch heute frage ich mich, ob es weitere Obstsorten gibt, die ich niemals in den Kühlschrank hätte legen dürfen.

Go For Gold (in South Korea)

Was waren das im Nachhinein für goldene Zeiten, 1988, als Nord Korea noch unentdeckt, Doping leicht nachweisbar (Ben Johnson!) und alle Bands mit ihren Frisuren und ihren Songs austauschbar waren! Neben Eye Of The Tiger mein Motivationslied schlechthin.

Ol´ Man River

Habe in meiner Jugend vom damaligen Musikversand 2001 eine Sam-Cooke-Kassette bestellt, natürlich wegen Wonderful World, aber am Ende blieb dieser Song bei mir hängen:

I get weary
And sick of tryin‘
I’m tired of livin‘
But afraid of dyin‘
While ol‘ man river
He just keeps rollin‘ along.

Good night Irene

In ähnlicher Weise blieb mir von Michelle Shocked’s Texas Campfire Tapes vor allem ihre Cover-Version von Lead Belly’s Goodnight, Irene hängen. Extra dafür (und für Danny Boy) habe ich mal einen eintägigen Blues-Harp-Seminar besucht.) Lieder finde ich gerade die Michelle-Shocked-Version nicht im Netz, dafür aber tausende andere. Hier mein Favorit (nach fünfminutiger Recherche):

Allerdings sind auch die Eric Clapton oder die Ry Cooder Versionen absolute Hinhörer! Ach, ich habe mich umentscheiden: die Clapton-Version gefällt mir doch besser. Oder das Original. Oder als Fussball-Fan-Gesang?

Goodnight, Irene, I’ll see you in my dreams.

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Über Pfeffermatz

... ist ein schokonalytischer Glühwurstematiker.
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9 Antworten zu Lieder eines Lebens

  1. Anna-Lena schreibt:

    Herrlich! Du hast meinen Englischunterricht für Montag gerettet, das passt haargenau zum Thema Werbung 🙂 .

    LG Anna-Lena

  2. Musikkennerderdaszumindestfrühervonsichdachte schreibt:

    Interessante Sammlung von mir bisher völlig unbekannten Songs (außer „Go For Gold“). In meinem Leben haben die irgendwie so gar keine Spuren hinterlassen. Dafür aber anderes Zeug wie zum Beispiel das hier:

    Auch irgendwie ein Zeichen von schlechtem Geschmack, oder?
    Trotzdem: Ich hab’s mir gerade angehört: Ich mag es immer noch…

  3. Pfeffermatz schreibt:

    Ich bin ja überrascht, dass du „Go For Gold“ kennst! Ich habe hier natürlich die Exoten meiner Spurensammlung aufgelistet. Daneben gibt es viele viele Beatles, Stones, Billy Joel, eigentlich unendlich viele Lieder. Die hier sind, wie gesagt, Exoten, von denen jeder wahrscheinlich ein paar hat, die nur sehr wenige Menschen auf der Platte haben.
    Das „Wildest Dreams“ gefällt mir beim Nachhören auch noch sehr gut. Ich glaube, das könnte man mit „moderner“ Instrumentierung (also ohne Synthi!) und etwas schneller und knackiger auch heute spielen.

    • Musikkennerderdaszumindestfrühervonsichdachte schreibt:

      Zu „Go For Gold“: Ich war ja schon früher ein fleißiger Hitparaden-Kucker… Das war auch eine Art von Allgemeinbildung. 🙂

  4. gnaddrig schreibt:

    Ol‘ Man River ist klasse, allerdings nicht diese Version. Der Chor ist ja völlig unerträglich, und das ganze kommt mir zu locker-flockig daher. Meine Lieblingsversion ist von Jim Croce (der überhaupt zu meinen Lieblingsmusikern gehört). Etwas kitischig, aber sehr befriedigend zu hören.

    Deine Beschreibung von Go For Gold gefällt mir, genau so ist es – Bands, Frisuren, Kleidung, Verhalten auf der Bühne austauschbar. Das Lied eigentlich grottig, dabei immer noch nett genug und eingängig. Und klar, Bananen nie in den Kühlschrank 😉

    • Pfeffermatz schreibt:

      Ich kannte Croce gar nicht. Die Version ist klasse! Aber ich liebe auch diese Siebziger Jahre Singer-Songwriter.Harry Nilsson (Everybody’s Talking At Me) klingt so ähnlich. Danke!
      Sam Cooke ist natürlich eine andere Ära, da war alles etwas… „glatter“. Und ich liebe seine Stimme.

      • gnaddrig schreibt:

        Klar, Sam Cooke ist eine ganz andere Ecke, kann man nicht vergleichen. Jim Croce ist meine allererste musikalische Entdeckung. Hat ein Freund mir vorgestellt als ich so 14 war. Seitdem unverzichtbar. Hat großartige Lieder geschrieben.

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