Verkapselt

Letztens ging tatsächlich mein Tchibo-Kapselkaffeeautomat kaputt. Jedenfalls tat es der blaue Knopf (“blau“ wie “Filterkaffee“) nicht mehr, was mich sehr traurig stimmte, da dies der Knopf meiner Wahl ist. Umso glücklicher war ich, als ich feststellte, dass Tchibo eine irrsinnig lange Garantiezeit versprach. Kalkschäden waren explizit ausgenommen, aber da ich ab und zu entkalke und wir super weiches Wasser haben, und es sich hierbei außerdem eindeutig um einen elektronischen Defekt handelte, hatte ich in der Hinsicht keine Befürchtungen.

Ein Freund von mir klärte mich darüber auf, dass die Tchibo-Menschen die von mit eingesandte Maschine vermutlich nicht groß anschauen würden, schließlich übersteigen die Kosten einer Diagnose samt Reparatur den Wert der Maschine. Außerdem verdienen die Hersteller natürlich an den Kapseln – also Hauptsache, ich habe in meiner Küche wieder ein Tchibo-Teil stehen und komme nicht etwa auf die Idee, zur Kapselkonkurrenz zu wechseln. Somit erklärt sich auch die großzügige Garantiezeit.

Wobei ich dieses Geschäftsmodell übrigens unterlaufe: nicht nur, dass ich meine Tintepatronen selber per Spritze nachfülle und generische Staubsaugerbeutel beim Online-Discounter bestelle, ich befülle auch meine Kaffeekapseln selber. Dazu habe ich einen Vorrat von vielleicht sechs oder sieben aufgeschnittenen Tchibo-Kapseln samt ihren Plastik-Filtern, die ich mit lecker Dallmeyer-Kaffee befülle – was mir erstens weiterhin das gute Gefühl des Kaffeeselbermachens beschert, und außerdem schmeckt. So gut sogar, dass ich die original Tchibo-Kapseln gar nicht mehr trinken mag.

image

Mein Morgenkaffee (Rohzustand)

Ich machte mich also daran, die Kaffeemaschine einzupacken, was sodann an einem Mangel an geeigneten Kartons und Einpackungsfähigkeiten misslang. Also ab in die Stadt zum Tchibo-Laden, wo ich das Gerät unter Angabe meines Namens und Adresse abgab. Ob ich denn nicht auf dem dafür vorgesehenen Feld die Art des Defekts eintragen sollte, fragte ich die Verkäuferin. “Nein, die checken das durch und schicken Ihnen ein Neues“, sagte sie mit einem Lächeln. Außer es wäre ein Kalkschaden, ab da war ich schon im Bilde.

Zwei Wochen später erhielt ich ein großes Paket von Tchibo. Darin befand sich eine glänzende Kaffeemaschine, die sich alsbald als meine bisherige, nur gründlich gereinigt, herausstellte. Dazu ein Wisch, auf den sinngemäß stand:

Ihre Maschine war total verkalkt, aber aus lauter Kulanz haben wir sie für Sie wieder entkalkt. Machen Sie das zukünftig bitte selber!

Die blaue Taste funktionierte immer noch nicht.

Nun hatte ich natürlich einen passenden Karton, ich brauchte also bloß den Entpackungsvorgang der Kaffeemaschine rückwärts abzuspielen. Dazu legte ich meinerseits einen Wisch hinein:

Vielen Dank für die gründliche Reinigung meines Kapselautomats. Leider funktioniert der blaue Knopf immer noch nicht.

Noch mal zwei Wochen später war ich stolzer Besitzer einer neuen Kaffeemaschine.

Advertisements

Über Pfeffermatz

... ist ein schokonalytischer Glühwurstematiker.
Dieser Beitrag wurde unter Echte Geschichten abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort zu Verkapselt

  1. Charis schreibt:

    Exactly!
    Ging mir mit einem anderen technischen Gerät genauso – mein Fazit ist:
    HARTNÄCKIG bleiben … 😀

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s