Auch das gibt es…

Ein Marder hat im Europäischen Kernforschungszentrum CERN an einem fetten Transformator rumgenagt und ist dabei zu Speck gebraten wurden. Leider hat er dabei den Teilchenbeschleuniger vorübergehend lahmgelegt, ein paar Tage müssen die ganzen Elektronen und Photonen und Bosonen und sonstigen Onen unbeschleunigt ruhen.

Das ist alles nicht so schlimm oder ungewöhnlich: Marder kann man genauso schwer aus einem in der Landschaft versenkten Kabelparadies fernhalten wie Mäuse aus einem Dachboden (ja, ich rede von meinem Dachboden!). „Die Natur findet einen Weg“ wissen wir schon seit Jurassic Park, Teil 1.

Das CERN ist unter anderem bekannt für die Entdeckung des Higgs-Teilchens in 2013, nachdem Jahrzehnte danach gesucht wurde. Dazu muss man wissen, dass der Large Hadron Collider (der Teilchenbeschleuniger des CERN) über 26 Kilometer lang ist, und dass so ein Higgs-Teilchen nicht nur sehr viel kleiner als eine Ventilkappe ist, und die finde ich schon nicht, wenn die mir in der Garage aus der Hand fallen, sondern auch nur Bruchteile von einer Sekunde existieren. Die Ventilkappe dagegen ist noch Monate später da (unter der Box mit den ausgedienten Fußmatten und Stuhlkissen gerollt), wenn ich längst eine neue besorgt habe. Jedenfalls ist es kein Wunder, dass selbst eine Armee von promovierten Physikern so lange gebraucht hat, um im riesigen LHC das Higgs-Teilchen zu finden.

Und hier findet sich die eigentliche – bisher unveröffentlichte – Tragik hinter dem Marderangriff: Wie sich inzwischen mit einer Signifikanz von 5,9 σ bei einer Masse von 126 ± 0,4 (stat) ± 0,4 (sys) GeV/cherausgestellt hat, hat der Marder das Higgs-Teilchen gefressen. Jetzt müssen die Physiker mit ihrer Suche wieder von vorne beginnen.

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Über Pfeffermatz

... ist ein schokonalytischer Glühwurstematiker.
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9 Antworten zu Auch das gibt es…

  1. sweetkoffie schreibt:

    😂😂😂😂 da wird das für den Normalbürger Unverständliche von einem kleinen Marderchen ausgehebelt … Welche Ironie 😂😂😂😂

  2. franhunne4u schreibt:

    Moment, hab da ich abgebrochener Jurist was nicht verstanden? Das Higgs-Teilchen, das entdeckt wurde, war doch 2013 gesichtet worden, es hat aber nur Bruchteile von Sekunden existiert. Wie kann da der geröstete Marder dieses Teilchen gefressen haben?

    • Pfeffermatz schreibt:

      Marder sind halt verdammt flink. Und halten sich weder mit Juristerei noch Quantenphysik auf, sie schlagen einfach zu.

      • gnaddrig schreibt:

        Aber wenn bekannt ist, dass der Marder das Teilchen gefressen hat, müsste man es doch finden können. Oder sind Higgs-Teilchen specklöslich?

      • Pfeffermatz schreibt:

        Jetzt kann man den LHC nach Marder-Köttel durchsuchen, die man einsammeln und zerlegen darf. Auch nicht besser.

      • gnaddrig schreibt:

        Hmja, so gesehen, auch wahr. Das ist dann aber disziplinübergreifend – eine biologisch-physikalische Zusammenarbeit am Limit!

  3. dasmanuel schreibt:

    Phantastisch! *higgs*

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