Der Geruch von Schokolade

Zu Beginn der Fastenzeit macht man gerne einen Sack mit guten Vorsätzen auf, obwohl der Sack vom Jahresanfang noch gar nicht so alt ist. Deshalb ist dies ein günstiger Zeitpunkt, um eine erste Evaluierung der Neujahrsvorsätze vorzunehmen.

Mein wichtigster, weil einzig relevanter Vorsatz war, im Jahre 2017 jeden Tag nach Schokolade zu duften. Zu diesem Zwecke habe ich regelmäßig ein paar Tafeln Schokolade eingeschmolzen und die klebrige, warme und duftende Masse großzügig über meinen Körper verteilt.

Der Effekt war durchschlagend; mein Körpergeruch und somit auch der Erfolg meines Vorhabens waren überwältigend. Als kleiner Bonus konnte ich auf Tagescremes verzichten, schließlich wurde meine Haut in regelmäßigen Abständen mit Kokosfett eingerieben. Dies musste ich nur alle drei Tage machen, so lange hielt der Wohlgeruch an.

Ich hätte zufrieden sein können, stünden mir nicht drei Hindernisse im Weg: meine Faulheit (es war schon viel Arbeit), mein stetes Streben nach Optimierung und die eher negativen Reaktionen meiner Umwelt und schließlich auch meiner Haut.

Also suchte ich einen anderen Weg zur Erfüllung meiner selbst aufgelegten Pflicht und wurde im Drogeriemarkt fündig.

Dort im Regal hatte mir Deutschlands berühmteste Beauty-Bloggerin ein Produkt hinterlassen, dass zu meinem Bedarf passte wie die berühmte Sachertorte ins Gesicht. Nun seifte ich mich täglich unter der Dusche mit Chocolate Cupcake Cremiger Duschschaum ein, und mindestens bis Mittags duftete ich lecker nach Konditorei.

Und das war auch schon der Nachteil dieser ansonsten perfekten Methode: sie hielt nicht an. Ich begann, mir eine Dose Schokoduschschaum mit zur Arbeit zu nehmen, um mich zwischendurch auf der Toilette ein wenig unter den Achseln (oder an anderen unaussprechlichen Stellen) einzuschmieren. Es klebte etwas ohne Duschwasserzufuhr, aber das war bei der Versuchsreihe mit der geschmolzenen Schokolade ja auch nicht anders gewesen.

Allmählich liessen die Kollegen Bemerkungen über meine zahlreichen Toilettengänge fallen, und ich wusste, ich brauchte wieder eine neue Alternative. Würde Bibi mich wirklich lieben, wie sie es so vollmundig auf der Duschschaumdose verspricht, würde sie mir auch Chocolate Brownie 24 Hour Deo und Eau de Ganache Pour Homme zur Verfügung stellen.

Schwer desillusioniert kehrte ich meiner Beauty-Queen den pralinierten Rücken und suchte nach einem dritten Weg, jenseits von Schmelzen und Schäumen.

Und wurde fündig.

Wer hätte gedacht, dass ab einem Verzehr von zweikommasieben Kilogramm Schokolade am Tag der Körper mit dem Schokoabbau auf natürlichem Wege nicht mehr nachkommt und den überschüssigen Kakao über die Haut abführt?

Das Leben kann so einfach sein!

P.S. Über die Fastenzeit reden wir lieber nicht…

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Über Pfeffermatz

... ist ein schokonalytischer Glühwurstematiker.
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4 Antworten zu Der Geruch von Schokolade

  1. Anhora schreibt:

    *herzhaft-lach* Ich staune über deine Kreativität! Nicht nur wegen deinen findigen Lösungen, um nach Schokolade zu duften, sondern wegen deinem Einfall, nach Schokolade duften zu wollen!
    Herrlicher Beitrag! 😀

  2. TBW-PUR schreibt:

    😉 nicht jede Werbung hält eben was sie verspricht^^ schöner Beitrag ich musste schmunzeln und das mag ich sehr 🙂

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