Demokratie vs. Demokratie

Was ist die schlechtere Form der Repräsentation in einer Demokratie?

  • Die Mehrheitswahl wie in den USA, die zu einem (im Wesentlichen) Zwei-Parteiensystem führt, bei der diese zwei Parteien sich aufs Blut und zum Schaden des Landes bekriegen und das Regieren unmöglich machen, oder
  • Die Verhältniswahl wie in Deutschland, die Koalitionen nötig macht, zu deren Erhalt wiederum politische Entscheidungen getroffen werden, die weder in der Bevölkerung, noch in den Kammern, noch in der Regierung eine Mehrheit haben (siehe Herdprämie, siehe PKW-Maut)?

    Gibt es einen vernünftigen Zwischenweg? Ich kenne die politischen Systeme anderer Länder nicht gut genug, um dies zu beurteilen.

    Auf jeden Fall empfinde ich es als großen Schaden für die Demokratie eines Landes, wenn solche Entscheidungen wie bei der Maut gegen den Willen aller Mehrheiten, nur aus Koalitionsräson getroffen werden. Dieser Hang zu bewussten Fehlentscheidungen, zusammen mit der inhärenten Langsamkeit von politischen Prozessen und der gelebten Praxis der Unglaubwürdigkeit tragen maßgeblich zur allgemeinen Politikverdrossenheit bei.

    Eine echte Erneuerung täte gut. Während sich die ernsthaften Politiker derart diskreditieren, gewinnen im Gegenzug die Politiker, die angeblich Klartext reden (aber eigentlich nur aufgeregt polemisieren), alles in Frage stellen (inklusive unser Wertesystem und die Demokratie an sich) und schnelle, einfache (und falsche) Lösungen anbieten.

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    Über Pfeffermatz

    ... ist ein schokonalytischer Glühwurstematiker.
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    5 Antworten zu Demokratie vs. Demokratie

    1. Muriel schreibt:

      Ich würde ja als jemand, der auch gerne mal Demokratie in Frage stellt, sagen, dass ich es nicht weiß, aber vermute, dass alles nicht viel nützt, wenn man die Leute nicht besser bildet und ermündigt.

      • Pfeffermatz schreibt:

        Falls die Leute gebildet und ermündigt sein wollen, was ich für viele bezweifele. Allerdings könnte eine Demokratie mit mehr Transparenz und mehr Partizipation durchaus etwas mehr Interesse an den politischen Entscheidungsprozessen hervorrufen.
        Jedenfalls erlebe ich es bei der Arbeit, dass moderne Formen der Arbeitsorganisation, mit deutlich mehr Verantwortung und Mitbestimmung auf Mitarbeiterebene als die herkömmliche Art, tatsächlich auch mehr Interesse hervorrufen. Allerdings rede ich hier von einer miniskülen nicht-repräsentativen Stichprobe 😦
        Hast du einen Alternativvorschlag zur Demokratie? Gütige Diktatoren werden leider in der Regel durch wenige Gütige ersetzt… Und überhaupt scheint Demokratie die stabilste Form zu sein, also in dem Sinne, dass sie Willkür und grobes Unrecht seitens der Machthaber an ehesten verhindert.

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