Willkommen in Frankreich

Wir beschlossen, etwas großes zu besichtingen, und unsere Wahl fiel auf die größte Wanderdüne Europas.

Für alle, die des Französischen nicht mächtig sind, hier steht: Wir wissen selber nicht genau, wie dieser Haufen Sand heißt, aber als Fußball-Weltmeister kann uns das auch wirklich egal sein.

Wir erkundigten uns, wo sie sich gerade aufhielt: günstigerweise befand sie sich zur Zeit in Frankreich und nannte sich Dune de Pyla oder Pilat, da war sie sich selbst nicht ganz sicher.

So fuhren wir nach Bordeaux und sogar ein bisschen weiter und erreichten den Fuß der Düne. Gleich drei Enttäuschungen begrüßten uns: Erstens war es nicht möglich, mit dem Auto bis zur obersten Spitze der Düne zu fahren; tatsächlich würden wir einen Teil des Aufstiegs zu Fuß erledigen müssen! Zweitens besaß die Düne eine nicht unwesentliche Steigung. Mir war nicht klar gewesen, dass groß auch hoch heißen musste; ich hatte da eher an moralische Größe gedacht. Und drittens: überall Sand! Hätte man bei tausend Besuchern am Tag nicht den Sand von der Düne fegen können, da dieser insbesondere das Gehen erschwert? Wenigstens an eine Treppe hatten die Franzosen aber gedacht (haben wir trotzdem nicht benutzt).

Was den Aufstieg zusätzlich erschwerte (neben Höhe und Gradient und Konsistenz) war das wanderhafte Wesen der Düne: wir mussten ja nicht nur hinauf, sondern auch hinterher. Erst ungefähr ab der Hälfte des Aufstiegs nahm das Trägheit-der-Masse-Gesetz überhand und wir bewegten uns nicht nur gegen, sondern zunehmend auch mit der Düne. Oben angekommen konnten wir uns schließlich seelenruhig hinsetzen und zuschauen, wie wir uns Richtung Spanien bewegten.

Der Nachteil war, dass wir nach unserem Abstieg kilometerweit von unserem Auto entfernt waren und ziemlich lange danach suchen musste. So machten wir mit einem weiteren Naturgesetz Bekanntschaft: das Nix-Iss-Umsonst-Gesetz.

Erschöpft aber glücklich machten wir uns auf den Weg zurück in die Stadt und wurden dort gleich stürmisch begrüßt.

Über Pfeffermatz

... ist ein schokonalytischer Glühwurstematiker.
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4 Antworten zu Willkommen in Frankreich

  1. dieterkayser schreibt:

    „Den Sand von der Düne fegen“ – cool!

  2. franhunne4u schreibt:

    Hätte die Wanderdüne nicht ein Stück Richtung Eures Autos wandern können – also, nur ein Stück natürlich.

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